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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern

Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr

 

Regierung trotz Schließungen erleichtert

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (r.) und Innenminister Lorenz Caffier © dpa Fotograf: Angelika Warmuth Detailansicht des Bildes Ministerpräsident Sellering (r.) und Innenminister Caffier kündigten Unterstützung für die betroffenen Standorte an. (Archivbild) Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) haben mit Erleichterung auf die von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch vorgelegten Bundeswehr-Reformpläne reagiert. Sellering sagte, die Verluste seien zwar schmerzlich, aber das Land sei "besser weggekommen" als andere Bundesländer. "Fast alle Standorte im Land können bleiben. Mecklenburg-Vorpommern behält eine starke Präsenz der Bundeswehr. Und darüber freuen wir uns", sagte der SPD-Politiker. Caffier hob hervor, dass der Nordosten mit 6,4 Dienstposten je 1.000 Einwohner künftig die höchste Dichte aller Länder bei der Bundeswehrstationierung haben werde.

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Zwei Offiziere grüßen beim Einlaufen das Versorgungsschiffs «Donau» die Besatzung. © dpa Fotograf: Jens Büttner
 

Freude in Rostock, Trübsal in Neubrandenburg

Künftig werden drei Bundeswehrstandorte im Nordosten geschlossen und viele der übrigen 20 verkleinert. Dies rief unterschiedliche Reaktionen hervor - von Erleichterung bis Entsetzen. mehr

Von den 14.200 Dienststellen im Nordosten werden künftig 3.600 gestrichen. Der Fliegerhorst in Trollenhagen, der Truppenübungsplatz in Lübtheen und das Gerätedepot in Rechlin an der Müritz fallen den Reformplänen zum Opfer. Andere Kasernen wie etwa Parow/Kramerhof und Neubrandenburg werden teilweise erheblich verkleinert. Große Standorte wie Laage, Hagenow oder Torgelow bleiben aber erhalten. Deutlich gestärkt wird die Marine. Trotz der Stellenstreichungen gilt der Nordosten als einer der Reformgewinner. Wesentlich härter trifft es beispielsweise das benachbarte Schleswig-Holstein. Dort fallen acht Standorte und fast 11.000 Bundeswehrstellen weg.

Marinekommando nach Rostock

Zwei Marinesoldaten stehen am Anleger, dahinter fährt der Tender "Donau" in den Marinehafen Rostock-Warnemünde ein. © dpa Fotograf: Jens Büttner Detailansicht des Bildes Das Marinekommando ist künftig in Rostock angesiedelt. (Archivbild) So zieht das neue Marinekommando mit dem bisherigen Flottenkommando vom schleswig-holsteinischen Glücksburg mit 920 Soldaten nach Rostock und nicht nach Kiel, wie auch spekuliert worden war. Damit ist ein Großteil der Marineführung künftig in Mecklenburg-Vorpommern beheimatet. Auch der Inspekteur der Marine kommt in die Hansestadt. Die Versorgungsschiffe und Korvetten bleiben im Marinehafen Hohe Düne stationiert. Warnemünde bleibt Heimathafen des 7. Schnellbootgeschwaders bis zu seiner Auflösung. Wann die Schnellboote außer Dienst gestellt werden, ist aber noch nicht bekannt.

Im Landkreis Rostock bleibt der Fliegerhorst Laage erhalten und wird leicht gestärkt. Dort bleibt das Eurofighter-Geschwader. 30 Dienstposten auf dann 1.260 kommen hinzu. Die Flugabwehr am Standort Sanitz schrumpft dagegen und verliert 140 Dienstposten.

Aus für Fliegerhorst Trollenhagen

Wesentlich härter trifft es die Region um Neubrandenburg. Insgesamt werden rund zwei Drittel der rund 2.000 dort ansässigen Dienstposten gestrichen. Der Standort am Flugplatz Trollenhagen mit 700 Stellen wird schließen. Von dort wurde bisher der Nachschub für die Bundeswehr-Einheiten in Afghanistan geflogen. Auch in den Kasernen in Neubrandenburg fallen 600 Dienstposten weg, weil zwei Bataillone aufgelöst werden. Da ist die Verlegung der in Torgelow stationierten Panzergrenadierbrigade 41 in die Vier-Tore-Stadt nur ein schwacher Trost.

150 Angehörige von der Schließung Rechlins betroffen

Ein ausgedienter Panzer steht an einer der Zufahrten zum Truppenübungsplatz Lübtheen. © dpa Fotograf: Jens Büttner/dpa Detailansicht des Bildes In Rechlin sind 150 Mitarbeiter von den Kürzungsplänen betroffen. Ebenfalls geschlossen werden soll das Gerätedepot Rechlin an der Müritz. Dort sind 150 Mitarbeiter beschäftigt. Auch der Truppenübungsplatz in Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim wird schließen. Einen genauen Zeitplan dafür gibt es noch nicht, sagte der Leiter des Übungsplatzes, Dietmar Meißner. Im kommenden Jahr sei auf jeden Fall noch eine Großübung geplant. Mit 60 Bundeswehrangehörigen und einer Fläche von rund 60 Quadratkilometern zählt das Areal zu den kleineren Übungsplätzen. Die Reaktionen in den betroffenen Regionen sind teilweise von großer Enttäuschung geprägt.

Andere Standorte wie beispielsweise die Marinetechnikschule (MTS) in Parow/Kramerhof bei Stralsund werden verkleinert. Dort wirkt sich das Ende der Wehrpflicht aus, wodurch weniger Soldaten ausgebildet werden. Die Zahl der Marinesoldaten in Parow werde von 1.470 auf 830 reduziert, sagte ein Sprecher der MTS. Zudem werde - wie seit langem geplant - die Unteroffiziersausbildung zurück nach Plön verlagert.

Kommunen bei Nachnutzung der Militärgelände unterstützen

Den von Kasernenschließungen und Personalabbau betroffenen Standorten sagten Sellering und Caffier Unterstützung zu. Wie die Hilfe aussieht, ist aber noch nicht klar. "Wir brauchen passgenaue Hilfe für die Regionen. Das wird eine wichtige Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Land und Kommunen", betonte Caffier. Verteidigungsminister de Maizière habe dazu Bereitschaft signalisiert und dabei sogar extra Trollenhagen erwähnt, fügte Sellering an. Der Ministerpräsident äußerte sich zuversichtlich, dass der Bund Standorten in strukturschwachen Regionen, wie etwa Trollenhagen, eher helfen werde als Kommunen in süddeutschen Industrieregionen.

Sellering forderte den Bund zudem dazu auf, die betroffenen Kommunen bei der Nachnutzung der Flächen zu unterstützen. Allein bei der letzten Reform im Jahr 2002 wurden mehr als 5.000 Hektar frei. Land und Bund vereinbarten daraufhin eine Konversionspartnerschaft, um die verlassenen Areale wieder zu beleben.

Die Standorte nach der Reform

 - Bad Sülze: minus 140 auf 590 Stellen, Luftwaffe und Sanitäter
 - Cammin: minus 30 auf 210 Stellen, Flugabwehrraketen der Luftwaffe
 - Cölpin: minus 20 auf 20 Stellen, Einsatzführung der Luftwaffe
 - Eggesin: minus 40 auf 60 Stellen, Dienstleistungszentrum
 - Gnoien: minus 60 auf 260 Stellen, Flugabwehrraketen der Luftwaffe
 - Golchen: 50 Stellen (keine Veränderung), Munitionslager
 - Hagenow: minus 40 auf 1.420 Stellen, darunter Panzergrenadiere und Ausbildungskompanie
 - Kalkhorst: minus 20 auf 20 Stellen, Einsatzführung der Luftwaffe
 - Kramerhof/Parow: minus 640 auf 830 Stellen, Marinetechnikschule und Sanitäter
 - Laage: plus 30 auf 1.260 Stellen, darunter Kampfflugzeug-Geschwader und Sanitäter
 - Marlow: 20 Stellen (keine Veränderung), Funker der Marine
 - Neubrandenburg: minus 590 auf 570 Stellen, Musikkorps, Panzergrenadiere und Feldjäger
 - Putgarten: minus 20 auf 20 Stellen, Einsatzführung der Luftwaffe
 - Rostock: minus 80 auf 2.240 Stellen, darunter das neue Marinekommando und ein Korvettengeschwader
 - Sanitz: minus 120 auf 380 Stellen, Flugabwehrraketen der Luftwaffe
 - Schwerin: plus 10 auf 140 Stellen, Landeskommando und Karrierecenter (ehemals Kreiswehrersatzamt)
 - Torgelow: minus 40 auf 1.600 Stellen, darunter Versorgungsbataillon des Heers und Sanitäter
 - Utzedel: minus 10 auf 70 Stellen, Depot
 - Viereck: minus 270 auf 900 Stellen, Panzergrenadiere, Sanitäter und Ausbildungskompanie
 - Waren (Müritz): minus 10 auf 90 Stellen, Materiallager
 
Drei Standorte werden in den kommenden Jahren ganz abgebaut:
 - in Trollenhagen macht der Flugplatz dicht, dort arbeiten derzeit 700 Leute für die Luftwaffe, als Kraftfahrerausbilder oder Sanitäter
 - in Rechlin an der Müritz wird das Materialdepot mit 150 Beschäftigten aufgelöst
- in Lübtheen werden die restlichen 60 Kräfte vom Truppenübungsplatz abgezogen
Hinzu kommt mit heute noch rund 570 Stellen der Standort Stavenhagen/Basepohl, der sich derzeit schon in der Auflösung befindet.
(Quelle: dapd)

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