Tag 1: Auftakt der Tour am 12. Mai in Dassow. Das Team von links nach rechts: Volontär und VJ Janko Raab, Tonassistent Jens Husmann, Fahrer Stephan Meyer, Siv Stippekohl, Koordinatorin und Redaktion Hörfunk, Redaktion Fernsehen Thomas Balzer, Lichtassistent Andreas "Speedy" Glaser und Kameramann Bertil Dinse.
Volontär Janko Raab und Tonassistent Jens Husmann zeichnen Geschichten der Bauwagenbesucher auf: Dassow haben wir unseren Wagen aufgestellt und erste Geschichten eingesammelt: Viele Zeitzeugen waren im Juni 1953 noch Kinder. Sie erinnern sich aber genau an die Ausgangssperre damals ...
... und an die Angst ihrer Eltern - vor einem neuen Krieg. Kameramann Bertil Dinse hält alles im Bild fest.
Wir treffen Laura, Katja und Dirk Menzel vom Stadtjugendring Wismar.
Laura und Katja, bide 16 jahre alt, vom Projekt "Zeitensprünge" mit den NDR-Geschichtsreportern: Für uns haben sie eine Umfrage gemacht.
Der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Jochen Schmidt, auf Besuch beim Bauwagen: In einem ausführlichen Interview hat er über den 17. Juni 1953 gesprochen. Er hält diesen Tag für wichtig in der europäishen Geschichte.
Am 20. Juni 1953 heiratete Hans-Joachim Steffen hier. Ein Foto des Brautpaares vor dem Rathaus in Wismar durfte es wegen des Versammlungsverbotes nicht geben.
Fotografiert wurde das Paar dann trotzdem - im Standesamt - damals eher unüblich. Die Ehe hat nicht nur das unbeschadtet überstanden - für Juni ist die diamantene Hochzeit geplant.
Noch ein Herr Steffen, noch eine Hochzeitsgeschichte: Erdwin Steffen heiratete...
...auch im Rathaus von Wismar, aber am 17. Juni 1977. Auch er hat damals sein Hochzeitsdatum immer mit dem Jahrestag des gescheiterten Aufstandes in Verbindung gebracht.
Die NDR-Geschichtsreporter standen heute mit ihrem Wagen vor dem Rathaus von Bützow.
Der Bürgermeister von Bützow, Sebastian Constien, ließ es sich nicht nehmen, auch vorbeizuschauen und den Geschichtsreportern ein Interview zu geben.
Der Zeitzeuge Wolf Münster im Gespräch mit dem jungen Projektteam des Bützower Kulturvereins Pferdemarktquartier - ein Projekt, das auch von Zeitensprünge MV unterstützt wird.
Wolf Münster im Gespräch mit dem Geschichtsreporter Thomas Balzer: 1953 gab es in seinem Klassenzimmer eine "kleine Revolution" - die Bilder von Wilhlem Pieck und Otto Grotewohl verschwanden. Sie wurden aus dem Fenster geworfen.
Wolf Münster ist 1959 in den Westen gegangen. Dort ging er am 17. Juni immer baden. Der Tag war in der alten Bundesrepublik ein gesetzlicher Feiertag. Nach der Einheit kehrte Wolf Münster zurück in seine Heimatstadt Bützow.
Gleich geht's los: Eine Umfrage auf dem Marktplatz ist geplant. Zuvor noch eine kurze Lagebesprechung.
Vanessa Manzelmann, 19 Jahre alt, macht sich, begleitet von unserem Programmvolontär Janko Raab, auf den Weg, um die Bützower zu fragen, was das eigentlich ist: Freiheit.
Friederike Uebel, 16 Jahre, Vanessa Manzelmann, 19 Jahre, Carolin Strauß, 18 Jahre alt und Janna Bülow, 15 Jahre alt, sind geschafft. Jetzt gibt es erstmal eine Pause nach vielen Gesprächen, Unfragen und Interviews.
Rostock: Die NDR Geschichtsreporter werden bei strahlendem Sonnenschein von einem echt mecklenburgischen Urgestein begrüßt.
Dr. Jens Hüttmann, Leiter des Arbeitsbereichs schulische Bildung bei der Stiftung Aufarbeitung, gab im Bauwagen ein Interview.
Dieser Mann lebte damals in Bad Doberan und hatte Angst um seinen Vater. Dieser arbeitete nämlich auf der Neptun-Werft - auch am 18. Juni, als die Arbeiter dort streikten und Panzer sie daran hinderten, das Werftgelände zu verlassen.
Am 17. Juni 1953 ist dieser Passant fünf Jahre alt geworden. Er erinnert sich daran, dass die Kaffeetafel an diesem Tag abrupt endete: Alle Verwandten mussten nach Hause wegen des Ausnahmezustandes.
In Teterow auf dem Marktplatz treffen wir Herward Müller. Er hat mit den Schülern der Regionalen Schule die spannende Geschichte der Befreiung der Häftlinge in Teterow recherchiert. Mit dabei: Hannes Schütte, Michael Krüger, Stefanie Ehling und Lisa-Marie Werner (alle 15 Jahre alt.) Ihr Ziel: eine Ausstellung zum 17. Juni für das Rathaus.
Gerda Riebe aus Teterow ist zum Bauwagen gekommen, um uns ihre Geschichte zu erzählen: Ihr Chef saß damals im Gefängnis und sollte freigelassen werden. Sie erinnert sich an dramatische Ereignisse.
Zum Schluss unserer Tour eine bewegende Geschichte: Sybille Kempf aus Altentreptow erzählt uns, wie ihre Tante im Vorfeld des 17. Juni verhaftet worden ist. Erst jetzt beginnt Sybille Kempf, diese Familiengeschichte aufzuarbeiten. Sie hat Einsicht in die Akte ihrer Tante beantragt.