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Gefährliche CO2-Speicherung unter dem Meer

Im Hafen von Friedrichskoog steht ein Protest-Plakat gegen mögliche CO2-Speicher © NDR.de Fotograf: Marc-Oliver Rehrmann Detailansicht des Bildes Der Protest in Norddeutschland gegen mögliche CO2-Endlager ist groß. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eindringlich davor gewarnt, Kohlendioxid aus den Abgasen von Kohlekraftwerken und Industrieanlagen unter der Nordsee zu verpressen. Die unterirdische Einlagerung des klimaschädlichen Gases könne zu schweren Schäden in der Meeresumwelt führen, sagte BUND-Klimaexpertin Tina Löffelsend am Freitag in Hamburg. Die Risiken der bislang wenig erforschten Technologie seien unabsehbar. Der Umweltverband beruft sich auf die Studie eines Geologen.

"Verheerende Folgen für Tourismus und Fischerei"

"Die Verpressung von Kohlendioxid unter die Nordsee ist nicht weniger gefährlich als auf dem Festland", heißt es in der Studie. Das zentrale Problem liege darin, dass bei dem Verfahren zwangsläufig hoch salzhaltiges und teilweise mit giftigen Bestandteilen belastetes Wasser aus tiefer gelegenen Gesteinsschichten aufsteigt und am Meeresboden austritt. Dies könne "verheerende Folgen sowohl für eine Vielzahl von Meeres-Lebewesen als auch für die Fischerei und den Tourismus" haben. Möglich seien auch Beeinträchtigungen des UNESCO-Welterbes Wattenmeer und Versalzungen von Trinkwasser-Vorkommen an der Nordseeküste.

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Hier ist die Studie zu den Riskien einer Lagerung von Kohlendioxid unter dem Meeresboden in einer Kurzfassung nachzulesen. [PDF]

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Klimaretter oder Umweltzerstörer?

Die Bundesregierung sieht in der sogenannten CCS-Technologie ein Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Die Proteste gegen die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid sind aber groß, vor allem in Schleswig-Holstein. Auch die Landesregierung in Kiel wehrt sich gegen entsprechende Projekte. Das Problem: Vor allem in Norddeutschland finden sich die Gesteinsformationen, die für die Kohlendioxid-Speicher infrage kommen. Ein Ausweg wäre, das Gas stattdessen unter dem Meeresboden "verschwinden" zu lassen. Diesen Weg hält der BUND für gefährlich.

"Die möglichen Folgen von Kohlendioxid-Austritten auf die Meeresumwelt sind bislang kaum erforscht", meint der Verband. Leckagen könnten nicht ausgeschlossen werden, da Wissenschaft und Technik bis heute keine Methoden kennen, um sicherzustellen, dass Gesteinsformationen auf Dauer dicht halten.

Neues Gesetz im Bundesrat

Am 23. September befasst sich der Bundesrat mit einem neuen Gesetz zur Einführung der CCS-Technologie. Der BUND fordert die Länder auf das Gesetz "grundsätzlich abzulehnen". "Ein CCS-Gesetz, das den Schutz der Umwelt und der Menschen nicht gewährleisten kann, darf nicht verabschiedet werden", sagte Löffelsend.

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