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HSH Nordbank: Ländern droht Milliardenverlust

Der Eingang der HSH-Nordbank-Zentrale in Hamburg. © Philipp Guelland/dapd Fotograf: Philipp Guelland Detailansicht des Bildes Die HSH Nordbank könnte Hamburg und Schleswig-Holstein teuer zu stehen kommen. Hamburg und Schleswig-Holstein müssen damit rechnen, bis zu 1,3 Milliarden Euro Verluste der HSH Nordbank zu übernehmen. So lautet das Ergebnis einer neuen Prognose, die das Geldinstitut am Dienstag vorgestellt hat. Demnach führt die anhaltende Krise dazu, dass zunehmend Kredite aus der Schifffahrt ausfallen. Die Bank hat in diesem Segment Kredite in Höhe von 29 Milliarden Euro vergeben. Sie finanziert vor allem Containerschiffe, von denen nur ein Drittel zurzeit überhaupt Gewinne machen. Die Reeder hatten vor der Krise Überkapazitäten aufgebaut, sodass die Frachtraten jetzt niedrig sind. Einige der Schiffskredite müssten bereits in diesem Jahr abgeschrieben werden, so die Bank. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte die HSH Nordbank einen Verlust von 58 Millionen Euro verbucht.

Verluste kommen ab 2019 auf die Länder zu

"Die Bank rechnet nach ihrer aktualisierten Planung damit, dass erstmalig im Jahr 2019 effektive Zahlungen aus der Zweitverlustgarantie der Länder geleistet werden müssten", teilte das Geldinstitut am Dienstag mit. Bis 2025 könnten demnach maximal 1,3 Milliarden Euro fällig werden. Im Jahr 2009 hatten Hamburg und Schleswig-Holstein mit der Zweitverlustgarantie einen Rettungsschirm für die Landesbank eingerichtet. Die HSH Nordbank muss Verluste demnach zunächst bis zu 3,2 Milliarden Euro selbst tragen. Dann haften die Länder mit Staatsgarantien bis zu einer Höhe von sieben Milliarden Euro. Die Landesbank muss jährlich 280 Millionen Euro Gebühren für die Garantien an die Länder überweisen. Damit zahle sie den Ländern deutlich mehr, als sie voraussichtlich in Anspruch nehmen werde, so die Bank. Sie stellte den neuen Risikoplan am Dienstag auch den zuständigen Parlamentsausschüssen in Hamburg und Kiel vor.

Unterstützung aus den Ländern

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nahm die Nachricht gelassen auf. Das Risiko für den Haushalt sei zwar gestiegen, aber "ob es dazu kommt, weiß heute kein Mensch", sagte Albig. Zurzeit sehe die Landesregierung keinen Anlass, den Haushalt kurzfristig zu verändern. Die neue Situation sei kein "worst case" und er sei bereit, die Garantien für die Bank weiter aufzustocken, sollte es nötig sein. Jedoch sehe er Vorstand und Aufsichtsrat in der Pflicht, die Bank erfolgreich zu führen. Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) sagte, wer eine Garantie gebe, müsse auch damit rechnen, dass sie fällig werde. "Welche Auswirkungen sich für die künftige Finanzplanung in Schleswig-Holstein ergeben, müssen wir sorgfältig prüfen", erklärte Heinold. Auch Hamburgs Finanzminister Peter Tschentscher (SPD) sagte der Bank Unterstützung zu. Die Länder müssten "zu ihrer Verantwortung für die Zukunft der HSH Nordbank stehen und alle geeigneten Maßnahmen unterstützen, die eine erfolgreiche Restrukturierung ermöglichen und das Vermögen der Länder schützen."

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Ein Passant geht an der Zentrale der HSH Nordbank in Hamburg vorbei. © dapd Fotograf: Philipp Guelland
 

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Der Eingang der HSH-Nordbank-Zentrale in Hamburg © NDR.de Fotograf: Marc-Oliver Rehrmann
 

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