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Senat will Elefanten im Zirkus verbieten

Zwei Elefanten mit einer Artistin © dpa - Fotoreport Fotograf: Frank Mächler Detailansicht des Bildes Geht es nach dem Willen des Hamburger Senats, treten Affen, Bären und Elefanten bald nicht mehr im Zirkus auf. Der Hamburger Senat will ein Verbot zahlreicher wildlebender Tierarten in Zirkussen durchsetzen. Die SPD-Regierung beschloss am Dienstag eine Bundesratsinitiative, derzufolge die Haltung etwa von Affen, Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörnern und Flusspferden untersagt werden soll.

Solche wildlebenden Tiere in Zirkussen artgerecht zu halten, sei schon aufgrund der Mobilität der Betriebe mit engen Käfigen und extremen Fahrt-, Auf- und Abbauzeiten nicht möglich, sagte Verbraucherschutzsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) zur Begründung. Den daraus resultierenden Leiden der Tiere, etwa Erkrankungen oder Verhaltensstörungen, könne man nur durch ein generelles bundesweites Haltungsverbot begegnen. "Niemand möchte Kindern oder auch Erwachsenen den Spaß am Zirkus nehmen, aber Zirkus kann auch ohne Elefanten oder Affen ein Erlebnis sein", sagte die Senatorin.

Bundesregierungen reagierten nicht

Schon 2003 hatte die Länderkammer die Bundesregierung aufgefordert, ein entsprechendes Verbot zu erlassen. Geschehen sei daraufhin jedoch nichts. Bisher sei keine der seitdem amtierenden Bundesregierungen diesem Ersuchen nachgekommen.

Tierschützer begrüßen Initiative des Senats

Tier- und Naturschutzverbände begrüßten den Vorstoß des Hamburger Senats. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, sagte, eine artgerechte Haltung von Wildtieren sei ausgeschlossen. Deshalb begrüße sein Verband auch jeden Vorstoß in Richtung Wildtierverbot für Zirkusse. Die Bundesratsinitiative sei längst überfällig, sagte Apel im Gespräch mit NDR 90,3. Für jeden Besucher sei offensichtlich, dass Zirkustiere oftmals verhaltensauffällig sind, sagte die Hamburger Tierheimchefin Katharina Woytalewicz: "Manegebewegung nennt man das auch. Das heißt, die Tiere tanzen von einem Bein auf das andere, stundenlang immer die gleiche Bewegung, weil sie gar nichts anderes mehr leisten können." Nach Einschätzung der Naturschutzorganisation WWF geht der Trend bei Zirkussen ohnehin weg von Wildtieren.

Zirkus-Sprecher: "Nichts Neues"

Der Traditionszirkus Crone sieht der Hamburger Bundesratsinitiative derweil gelassen entgegen. "Das ist ja nichts Neues", sagte Sprecher Frank Keller am Mittwoch in der Hansestadt. "Es haben schon andere Städte und Länder versucht, ein Wildtierverbot durchzusetzen, und sind alle kläglich gescheitert." Alle juristischen Auseinandersetzungen seien bislang gewonnen worden. Der Münchner Circus Krone ist von Donnerstag an bis zum 12. Oktober in Hamburg zu Gast.

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Auge eines afrikanischen Elefanten. © picture alliance Fotograf: DARYL BALFOUR
 

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