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Der Versandhaus-Gründer starb im Alter von 102 Jahren im Kreise seiner Familie.
Werner Otto, der Gründer der Hamburger Otto Group, ist tot. Er starb bereits am vergangenen Mittwoch im Alter von 102 Jahren im Kreise seiner Familie in Berlin, wie das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte. Otto hatte den Otto-Versand 1949 in Hamburg gegründet und bis Mitte der 60er-Jahre zu einem der führenden Unternehmen der Branche ausgebaut. Sein ältester Sohn Michael formte die Otto Group ab den 80er-Jahren zu einem Weltkonzern.
Der Unternehmensgründer baute völlig unabhängig davon mit der ECE ein zweites Erfolgsunternehmen auf - heute die führende Entwicklungs- und Managementgesellschaft für Einkaufscenter in Europa. Nach ECE-Angaben soll eine Trauerfeier für den Firmengründer in der Hauptstadt stattfinden. Ein Termin stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin.
Otto betätigte sich vielfach als Wohltäter für soziale und kulturelle Ziele und erhielt höchste nationale und internationale Auszeichnungen. Zuletzt wurde er 2009 zu seinem 100. Geburtstag zum Ehrenbürger Berlins ernannt. Otto hinterlässt seine Ehefrau Maren sowie fünf Kinder. "Mein Mann hatte das große Glück, gesund in einem harmonischen und liebevollen Familienumfeld alt zu werden", sagte Maren Otto. "Er hat bewusst etwas für seine Gesundheit getan und diszipliniert gelebt. Doch sein wichtigster Lebensgrundsatz war, auch im Alter immer noch Ziele zu haben."
Otto hinterlässt seine Ehefrau Maren sowie fünf Kinder.
Sein Vater habe ein reich erfülltes Leben gehabt, sagte Ottos ältester Sohn Michael. "Er hat sich stets besonders mit der Zukunft beschäftigt und unternehmerisch außerordentlich viel bewegt. Vor allem hat er den Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt, war sozial engagiert und mir persönlich immer ein wertvoller und vertrauter Gesprächspartner."
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) würdigte den Versandhaus-Gründer als Vorbild. Mit Otto verliere Hamburg "einen ehrbaren Kaufmann, der sich durch sein unternehmerisches Geschick wie durch sein gesellschaftliches Wirken bleibende Verdienste um seine Stadt erworben hat". Die Hansestadt werde sein Andenken in Ehren halten. "Unser Mitgefühl gilt seiner Familie", sagte Scholz.
Werner Otto kam nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtling nach Hamburg und eröffnete dort zunächst eine Schuhfabrik, die er wegen starker Konkurrenz allerdings nach kurzer Zeit wieder schloss. 1949 gründete er dann mit 6.000 Mark Startkapital den später weltgrößten Versandhaus-Konzern Otto. Bereits 1965 zog sich der Firmengründer weitgehend aus dem operativen Geschäft zurück und überließ den Vorstandsvorsitz der geschäftsführenden GmbH unter Günter Nawrath.