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"Die Beerdigung der Bildung": Studenten demonstrieren in Hamburg gegen Kürzungen im Wisenschafstbereich.
Tausende Studenten und Mitarbeiter verschiedener Universitäten und Hochschulen haben am Dienstag in Hamburg gegen die geplanten Kürzungen im Wissenschaftsbereich protestiert. An dem Sternmarsch beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 7.500 Menschen - die Veranstalter sprachen von 10.000 bis 15.000.
Auch Uni-Präsident Dieter Lenzen nahm an der Demonstration teil.
Die Protestzüge durch die Innenstadt starteten am Dammtor-Bahnhof und am Berliner Tor. Die Bildung werde mit den Sparbeschlüssen zu Grabe getragen, stand unter anderem auf den Transparenten der Demonstranten. Die Studenten und Hochschulmitarbeiter rechnen mit drastischen Einschnitten in ihren Fachbereichen und mahnen, die Sparpläne des Senats könnten für den Wissenschaftsstandort fatale Folgen haben. Zum Sternmarsch aufgerufen hatten mehrere Studentenvertretungen und die Präsidenten der Hamburger Hochschulen. Universitätspräsident Dieter Lenzen sagte, die Wissenschaft in der Hansestadt brauche eine verlässliche Perspektive. "Hamburg hat ein unglaubliches wissenschaftliches Potenzial und könnte so etwas werden wie das Zentrum der Wissenschaften in Nordeuropa", sagte er.
Der Senat bestritt, dass es weniger Geld für die Hochschulen gebe. Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) sagte: "Dieser Senat nimmt keine Kürzungen vor, sondern sorgt für eine Steigerung des Hochschuletats." Sie könne nicht nachvollziehen, dass immer wieder von "drastischen Kürzungen" die Rede sei. Es bestehe keine Notwendigkeit zur Schließung von Studiengängen und wissenschaftlichen Disziplinen oder für einen massiven Personalabbau. Im August sollten Gespräche mit den Hochschulen geführt werden, um einen Rahmen für eine mittel- und langfristige Mittelausstattung zu erarbeiten. Die Ministerin hatte im Mai angekündigt, dass ihr Ressort jährlich 12,8 Millionen Euro einsparen müsse.
Polizisten räumen das Zeltlager der Demonstranten auf dem Rathausmarkt.
In einer weiteren Aktion wollten Studenten, Professoren und Hochschulmitarbeiter den Rathausmarkt für zwei Tage symbolisch besetzen. Unter dem Motto "Wir gehen nicht nach Hause" bauten sie Zelte auf, um dort zu campieren. Die Polizei räumte das Camp jedoch noch am frühen Dienstagabend wieder.
Stattdessen errichteten die Protestler ein kleines Zeltlager am Jungfernstieg. Nach den Plänen der Demonstranten sollen dort unter anderem Vorlesungen abgehalten werden. Die Aktion sei als Mahnwache angemeldet, sagte ein Polizeisprecher. Mit der friedlichen Aktion wolle man auf die prekäre finanzielle Lage der Uni Hamburg aufmerksam machen und zudem über die eigene Arbeit informieren, heißt es in einer Erklärung der Demonstranten. Rund 25 Studenten wollen bis Donnerstagabend am Jungfernstieg ausharren.