Verkehrsmeldungen aus Hamburg
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Sietas baut jetzt Spezial- statt Containerschiffe. (Archivbild)
Den Schiffbauern auf der Sietas-Werft in Hamburg-Neuenfelde droht zum Jahreswechsel offenbar Kurzarbeit. Grund dafür sind fehlende Folgeaufträge für Spezialschiffe, wie NDR 90,3 am Dienstag berichtete. Laut dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Rüdiger Fuchs, ist die Lage schwierig. Der Betrieb verfolge die Neuausrichtung konsequent weiter und liefere in diesem Jahr noch fünf verschiedene Schiffe aus: zwei Saugbagger, zwei Schwergutschiffe und ein sogenanntes RoRo-Schiff. "Das ist natürlich eine gewaltige Herausforderung für die Belegschaft", sagte Fuchs.
Aufgrund der Neubauaufträge sind die 640 Sietas-Beschäftigten Fuchs zufolge derzeit noch voll ausgelastet, doch zum Ende des Jahres fehlen weitere Bestellungen. Auf lange Sicht seien Folgeaufträge vorhanden, dennoch gebe es zum Ende des Jahres eine Lücke, die voraussichtlich mit Kurzarbeit überbrückt werden müsse, kündigte Fuchs an. Vermutlich wird die Werft für das letzte Quartal dieses Jahres bis Ende März 2011 Kurzarbeit beantragen.
Bei den Folgeaufträgen handelt es sich um drei Fähren, die die dänische Reederei Nordic Ferry Services bestellte. Im Wettbewerb um den 60-Millionen-Euro-Auftrag setzte sich die Sietas-Werft nach eigenen Angaben gegen polnische und norwegische Konkurrenz durch. Es handelt sich um drei fast 100 Meter langen Doppelendschiffe, die 600 Passagiere und 122 Autos Platz bieten. "Wir werden das erste der drei Schiffe im Spätsommer 2011 ausliefern. Die beiden andere folgen Anfang 2012", sagte Fuchs.
Die Sietas-Werft war von der Schifffahrtskrise hart getroffen worden. Im Rahmen eines umfassenden Sanierungsprogramms wurde knapp ein Drittel der Mitarbeiter abgebaut. Der ehemalige Hersteller von Containerschiffen konzentriert sich jetzt auf Spezialtypen wie Saugbagger oder Fähren.