Verkehrsmeldungen aus Hamburg
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Die Comuteranimation der Fregatte F125, die von Blohm + Voss gebaut wird.
Im Großraum Hamburg gibt es 93 Unternehmen, die direkt oder als Zulieferer oder Dienstleister für die Rüstungsindustrie arbeiten. Das geht aus einer Erhebung der Partei Die Linke hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Dass in Hamburg so viele Firmen in der Rüstungsindustrie tätig sind, habe ihn doch sehr überrascht, sagte der Bundestagsabgeordnete der Linken, Jan van Aken im Gespräch mit NDR 90,3. Dazu gehörten Blohm + Voss und Airbus, die Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge bauen. Aber auch die Firma Atlas in Wedel, die Torpedos herstelle. Bei Rheinmetall in Trittau würden Kanonen gebaut, sagte van Aken, der noch weitere Beispiele nannte. "Das sind Munitionsaufzüge in Altona von der Firma Schubert, das sind antimagnetische Küchen, die man auf Kriegsschiffen braucht, damit keine Minen explodieren. Also wir haben die ganze Bandbreite der Rüstungsgüter hier in Hamburg."
Wie viel Prozent der Produktion für den Rüstungsbereich ist, wollten nur wenige Firmen preisgeben. Klar ist laut van Aken dagegen, wohin die Lieferungen gehen. "Das liefern sie an die Türkei, an Griechenland und Malaysia, Südkorea. Sie finden fast jedes Land der Welt auf dieser Lieferliste." Van Aken sprach sich dafür aus, dass Deutschland keine Waffen mehr exportieren soll.
Das Bundeskabinett billigte derweil am Mittwoch den Rüstungsexportbericht für das Jahr 2010. Der Export von Kriegswaffen aus Deutschland nahm im vergangenen Jahr deutlich um rund 60 Prozent zu. Die Einnahmen der Rüstungsindustrie aus diesem Geschäft stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 1,3 auf 2,1 Milliarden Euro. Gut die Hälfte der Verkaufserlöse wurde mit dem Export von Kriegsschiffen an NATO-Partner erzielt.