Verkehrsmeldungen aus Hamburg
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Knopfdruck für den Baustart:Henning Schrewe von Hochtief, Wirtschaftssenator Frank Horch und HPA-Geschäftsführer Jens Meier (v.l.n.r.).
Im Hamburger Hafen haben am Donnerstag die Bauarbeiten für die neue Rethebrücke begonnen. Die Klappbrücke wird mit 104 Metern Spannweite die größte ihrer Art in Europa. "Ein Prestigeprojekt wie die Retheklappbrücke ist ein deutliches Signal, dass Hamburg in seinen Hafen investiert", sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Horch (parteilos).
Die alte Hubbrücke kann den zunehmenden Verkehr im Hafen nicht mehr bewältigen.
Mehr als sieben Jahrzehnte ist die imposante Stahlkonstruktion der Rethehubbrücke alt - und schon lange nicht mehr ausreichend für den zunehmenden Verkehr. Dabei gehört die Brücke zu den wichtigsten im Hamburger Hafen - neben der Köhlbrand- und der Kattwykbrücke. Die neue Rethequerung besteht genau genommen aus zwei Brücken: Einer für Autos und Lastwagen und einer für die Bahn. Bisher muss die Straßenbrücke gesperrt werden, wenn Züge die Strecke nutzen. Diese rund 40 Sperrungen am Tag sollen zukünftig entfallen.
Ende 2013 soll die neue Klappbrücke fertig sein. 2014 wird dann die alte Hubbrücke abgerissen. Der Neubau soll auch die Situation für die Schifffahrt verbessern. Die Durchfahrtsbreite der neuen Retheklappbrücke wird mit mehr 64 Metern 20 Meter breiter sein als bei der bestehenden Hubbrücke.
Den Bau nennt der Chef der Hafenverwaltung HPA, Jens Meier, im Gespräch mit NDR 90,3 eine technische Meisterleistung. "Die neue Brücke ist extrem eng an der alten Brücke zu bauen, weil die Korridore hier verdammt eng sind. Wir haben Leitungen in der Elbe direkt daneben liegen. Das alte Bauwerk ist etwas wackelig. Das sind schon wirklich bauliche Herausforderungen."
So wie in dieser Foto-Montage soll die neue Klappbrücke einmal aussehen.
Die neue Rethebrücke kostet mehr als 100 Millionen Euro - Geld, das zum Teil noch aus dem Verkauf der HHLA-Anteile der Stadt stammt. In zwei bis drei Jahren ist dieses Geld für den Hafenausbau aber aufgebraucht. Wirtschaftssenator Horch: "Wir bewegen uns hier in einer Größenordnung von 130 bis 200 Millionen Euro pro Jahr. Diese Investitionssummen müssen auch zukünftig zur Verfügung gestellt werden, im Wesentlichen von der Stadt Hamburg." Allerdings will Horch in Zukunft vermehrt auch den Bund und die Europäische Union in die Pflicht nehmen, um die Infrastruktur im Hafen auszubauen.