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Die rund 20 Aktivisten der "Occupy Hamburg"-Bewegung können ihren Protest bis auf Weiteres fortsetzen. Sie dürfen ihr Zeltcamp ab sofort auf der Moorweide, einem Park gegenüber dem Dammtor-Bahnhof aufbauen. Das Bezirksamt Eimsbüttel erteilte die Genehmigung für die Nutzung der Grünfläche. "Die Genehmigung gilt bis zum 15. Januar 2012", sagte eine Bezirksamt-Sprecherin am Freitag im Gespräch mit NDR.de. Die Gruppe habe eine Fläche von 400 Quadratmetern zur Verfügung.
Die "Occupy Hamburg"-Bewegung hatte am Donnerstag ihren bisherigen Standort auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz vor der HSH-Nordbank-Zentrale aufgeben müssen. Dort wird nun ein Weihnachtsmarkt aufgebaut. Die Teilnehmer des Zeltcamps brachten in einer Nacht-und Nebel-Aktion ihre Sachen auf die Moorweide. Die Polizei bemerkte aber den nächtlichen Umzug und wies die Gruppe darauf hin, dass sie eine Genehmigung für die Nutzung des Parks benötigt. Nun ist dieses Problem gelöst. Ein Sprecher der "Occupy Hamburg"-Bewegung sagte am Freitag, dass sich eine Lösung für die kommenden Wochen abzeichne. Wie diese aussieht, wolle die Gruppe aber erst am Montag bekannt geben. Alle Entscheidungen der "Occupy Hamburg"-Bewegung werden basisdemokratisch getroffen.
Unklar ist, wo die Aktivisten nach dem 15. Januar 2012 unterkommen. Denkbar ist, dass sie nach der Weihnachtsmarkt-Zeit auf den Gerhart-Hauptmann-Platz in der Innenstadt zurückkehren. Dort wird ihr Protest besser wahrgenommen, zudem hat der Platz vor der HSH-Nordbank-Zentrale einen symbolischen Wert. Die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein war infolge der Finanzkrise 2008 in Schieflage geraten. Nur durch Milliardenhilfen der Länder konnte sie gerettet werden. Der Protest der weltweiten "Occupy"-Bewegung richtet sich gegen Auswüchse der Finanzwelt.
Die Aktivisten hatten nach dem Verlassen des Gerhart-Hauptmann-Platzes bei der Polizei vier neue Standorte angemeldet: Neben der Moorweide sind das der Domplatz und der Gertrudenkirchhof in der Innenstadt sowie der Platz der Republik in Altona. Der Sprecher des Bezirksamtes Mitte, Lars Schmidt-von Koss, sagte am Freitag, der Domplatz und der Gertrudenkirchhof seien für die Aktivisten nicht sonderlich geeignet. "Die Plätze sind einfach zu klein." Grundsätzlich habe das Bezirksamt Mitte aber nichts gegen ein Zeltcamp auf dem Domplatz einzuwenden. "Wir würden es wie auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz tolerieren, wenn die Gruppe dort ihre Zelte aufschlägt", sagte Schmidt-von Koss im Gespräch mit NDR.de.
Das Bezirksamt Altona hingegen lehnt ein Zeltcamp auf dem Platz der Republik strikt ab. "Wir werden das nicht genehmigen", sagte Sprecher Nils Fischer. Grund sei die Sorge um die Grünfläche. "Wenn dort zwei Monate lang ein Dutzend Zelte stehen, dann können sie den Rasen neu aussäen."
Auch wenn die Standort-Suche Nerven kostet und die Temperaturen in diesen Tagen nahe null liegen, will die "Occupy Hamburg"-Gruppe ihren Protest fortzusetzen. "Wir geben nicht auf", ist der Tenor unter den Aktivisten. Die meisten sind unter 30 Jahre alt. Nicht alle kommen aus Hamburg. Roman beispielsweise wohnt in Hannover, wo er studiert. Weil er den Protest in Hamburg unterstützten will, pendelt er zurzeit viel zwischen beiden Städten. Auch Klaus aus Lüneburg ist seit Wochen im Zeltcamp von "Occupy Hamburg" dabei. Aufgeben will aber auch er nicht.