Verkehrsmeldungen aus Hamburg
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Karim Abaci (M.) und weitere Vertreter der Türkischen Gemeinde in Hamburg wollen am Sonnabend an den Mord in Bahrenfeld erinnern.
Zehn Jahre nach der Ermordung eines türkischen Gemüsehändlers in Hamburg-Bahrenfeld haben Migrantenvereine am Mittwoch mit Blumen an das Opfer erinnert. Der 31-jährige Kaufmann wurde nach Erkenntnissen der Polizei vermutlich von der Neonazi-Terrorgruppe um Beate Z., Uwe M. und Uwe B. erschossen.
Bei einer Pressekonferenz in einem Café in der Schützenstraße - direkt neben dem Geschäft, in dem der Gemüsehändler Süleyman Tasköprü im Jahr 2001 ermordet wurde - erhoben die Migrantenverbände schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitsbehörden, wie NDR 90,3 berichtete. Nach den tödlichen Schüssen vor zehn Jahren sei in die völlig falsche Richtung ermittelt worden, sagte Kazim Abaci. Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete ist Chef des Vereins "Unternehmer ohne Grenzen". Dieser setzt sich für Gewerbetreibende mit Migrationshintergrund ein.
Die Ermittler hätten nach dem Mord vor allem Migranten vernommen, weil sie davon ausgegangen seien, dass es um Schutzgelderpressung oder Streit zwischen Türken und Kurden gegangen sei. Abaci: "Das zeigt doch: Die Ermittler waren nicht in der Lage, die richtigen Spuren aufzudecken." Abaci forderte zudem ein NPD-Verbot und kritisierte zugleich den Vorschlag von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), ein Zentralregister für gefährliche Extremisten zu eröffnen. "Eine solche Datenbank hätte die Ermordung nicht verhindert."
Die Vertreter der Migrantenverbände stellten besonders heraus, dass die Opfer der Mordserie ihrer Ansicht nach sterben mussten, weil sie wirtschaftlich erfolgreich waren. Abaci: "Das ist den rassistischen und ausländerfeindlichen Kräften ein Dorn im Auge. Wirtschaftliche Aktivität ist ein Indikator dafür, dass man sich in diese Gesellschaft eingefunden hat und in ihr entfalten will."
Abaci und seine Mitstreiter erwarten nun, dass der Fall neu aufgerollt wird. Das wollen sie am Sonnabend auch noch einmal öffentlich bei einer Demonstration fordern. Daran teilnehmen wird auch Hüseyin Yilmaz, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Hamburg. "Es wird ein Andenken sein. Und wir werden auch fordern, dass die Opfer entschädigt werden." Der Trauermarsch soll um 13 Uhr in der Großen Bergstraße beginnen und bis zum Tatort in der Schützenstraße führen.