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Bezirksamtsleiter Sevecke begründete die Schließung des Kundenzentrums mit Personalnot.
Wegen Personalnot schließt der Bezirk Eimsbüttel dauerhaft sein Kundenzentrum in Hamburg-Stellingen. Wie NDR 90,3 am Freitag berichtete, ist das Einwohneramt nur noch bis Ende März geöffnet. Damit baut Hamburg erstmals seit Jahren eines seiner 21 Kundenzentren ab.
Eimsbüttels Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) begründete den Schritt mit personellen Engpässen und der Einführung des neuen maschinenlesbaren Personalausweises im vergangenen Jahr. Dessen Bearbeitung braucht erheblich mehr Zeit. Er könne das kleine Einwohneramt Stellingen nicht zuverlässig offenhalten. Im Gespräch mit NDR 90,3 sagte Sevecke: "Wir haben festgestellt, dass wir es an 22 Tagen letztes Jahr schließen mußten, darüber hinaus waren zehn Tage Notdienst. Das ist nicht akzeptabel."
Der Bezirksamtsleiter ergänzte: "Wir haben alles versucht, Stellingen offen zu halten. Aber es geht einfach nicht. Ich brauche das wenige Personal für die Kundenzentren am Grindelberg und in Lokstedt." Dort und in allen anderen Kundenzentren könnten die Bürger ihre Amtsangelegenheiten regeln. Sevecke war im vergangenen Jahr mit dem ersten Schließungsversuch auf heftigen Protest aller Parteien - auch der SPD - gestoßen.
Im Eimsbüttler Hauptausschuss gab es NDR 90,3 zufolge am Donnerstagabend Widerstand vor allem von CDU und Linken. Tenor: Es sei unerträglich, dass die Stellinger nun weitere Wege gehen müssten, um Ausweise zu verlängern oder sich umzumelden. Auch die GAL will Stellingen nicht schwächen. Fraktionschef Roland Seidlitz: "Von daher wäre es ein fatales Signal, das gesendet würde, wenn man diesem Stadtteil etwas wegnimmt."
Auch aus der SPD kommt Kritik an Seveckes Entscheidung. Im Gespräch mit NDR.de sagte der Stellinger SPD-Vorsitzende Khalil Bawar, Sevecke bedenke nicht, dass in Stadtteilen wie Stellingen und Eidelstedt viel gebaut werde, und die Bewohner dann ein nah gelegenes Kundenzentrum bräuchten. Er prophezeie, dass die Entscheidung, das Kundenzentrum in Stellingen zu schließen, in einigen Jahren bedauert wird. Vor allem für die älteren Bürger seien die längeren Wege unzumutbar. Außerdem habe die SPD versprochen, dass an der bürgernahen Verwaltung nicht gespart werde.
Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hatte sich vor einem Monat in einem Antrag an die Bürgerschaft dafür ausgesprochen, dass eine anstehende Organisations-Reform der Bezirksämter nicht zu einer "Leistungsverschlechterung für die Bürgerinnen und Bürger führen darf".