Verkehrsmeldungen aus Hamburg
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Ein bisschen müssen die Hamburger auf ihr Lieblingsschiff, die "Queen Mary 2", noch warten - doch immerhin war schon mal ihre kleine Schwester in der Stadt: Am Sonntag hat die "Queen Elizabeth" am Kreuzfahrtterminal in Altona festgemacht und damit die Kreuzfahrtsaison 2012 in Norddeutschland eröffnet. Das neueste und 294 Meter lange Schiff der Cunard Reederei machte sich bereits am späten Nachmittag auf den Weg zu einer Weltreise.
An weiteren Fotomotiven für "Sehleute" wird es 2012 in der Hansestadt allerdings nicht mangeln. Zum Hafengeburtstag im Mai werden ebenso wie zu den Cruise Days im August gleich mehrere Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen. Außerdem zählen zwei Schiffstaufen ("Aidamar" und "Hamburg") zu den Höhepunkten. Am 15. Juli ist ferner die Begegnung der Schwesterschiffe "Queen Mary 2" und "Queen Elizabeth" geplant.
Hunderte Schaulustige schauten sich in Altona die "Queen Elizabeth" an.
Der Hamburger Hafen rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit 164 Schiffsanläufen - ein Plus von 39 Prozent verglichen mit dem Rekordjahr 2011 (118 Anläufe). Das teilte Hamburg Cruise Center (HCC) am Sonntag mit. 38 Kreuzfahrtschiffe wollen 2012 in Hamburg festmachen. Auch die insgesamt mehr als 400.000 erwarteten Passagiere sind ein Spitzenwert. Im vergangenen Jahr waren rund 315.000 Passagiere an Bord der Luxusliner, die an den Terminals in der Hafencity oder in Altona festgemacht hatten. Die Hansestadt entwickle sich immer mehr zu einer Ganzjahresdestination, sagte HCC-Vorstandschef Stefan Behn. Eine halbe Million Passagiere wird für 2015 als realistisch eingeschätzt.
Wirtschaftssenator Horch und Hamburg-Cruise-Center-Chef Behn (r) informierten auf der "Queen Elizabeth" über die Kreuzfahrtsaison 2012. Mit dabei: der Präsident der Cunard Line, Shanks (l).
"Die Kreuzfahrt-Schifffahrt gewinnt in der Metropolregion an Bedeutung", sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteillos) am Sonntag. Deswegen wurde eine Kreuzfahrt-Initiative gegründet, der Vertreter der Wirtschaftsbehörde, der Reedereien und Verbände angehören. Sie wird sich unter anderem mit einer Landstrom-Versorgung der Schiffe an den Terminals befassen. Vorrangiges Ziel ist, die Abgase im Hafen zu verringern. "Wir wollen die Potenziale der Branche nutzen und die Stärken des Kreuzschifffahrtsstandortes Hamburg kontinuierlich weiterentwickeln", sagte Horch. Ende April will der Senator erste Ergebnisse vorstellen.
Angesichts der steigenden Zahl der Schiffsanläufe wird auch der Bau eines dritten Terminals und dessen Finanzierung geprüft. Im Gespräch mit NDR 90,3 favorisierte Horch den Standort Überseezentrum bei den Norderelbbrücken. Dies sei im Hinblick auf die Entwicklung der Hafencity und der geplanten Verlängerung der U-Bahnlinie 4 sehr gut denkbar.
Auf Rekordkurs ist auch Rostock-Warnemünde mit 181 Anläufen von 40 Hochseekreuzfahrtschiffen in diesem Jahr. Am 23. April läuft mit der "AIDAsol" der dort ansässigen Reederei AIDA Cruises der erste "Riese" ein. "Die Welt kommt zu uns zu Besuch und die Wertschöpfung durch die Kreuzschifffahrt steigt insbesondere in Rostock", berichtete der Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft, Ulrich Bauermeister. Die Hansestadt bleibe Deutschlands beliebtestes Reiseziel für Kreuzfahrttouristen.
An der Kieler Förde kommt das Kreuzfahrtgeschäft von Ende März an auf Touren - mit der "AIDAcara" (31.3). Voraussichtlich 28 Kreuzfahrtschiffe werden bis Jahresende am Ostseekai festmachen. Die Zahl der Anläufe steigt um 20 auf 140. Allein 16 Kreuzfahrtschiffe wollen die Kieler Woche im Juni besuchen.