"Soviel du brauchst" - Was heißt die Losung?
Mit ihr soll auf verantwortungsvolles Wirtschaften hingewiesen werden. mehr
Auf dem Kirchentag in Hamburg sind die politischen Debatten weitergegangen. Am Vormittag war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Gast. Sie nahm an einer Veranstaltung über Umweltschutz in der globalisierten Welt teil. Dort unterstrich sie die Vorbildfunktion Deutschlands in der Entwicklungspolitik.
"Wir haben eine Bringschuld zu zeigen, wie man Wachstum, Wohlstand und Nachhaltigkeit zusammenbringen kann", sagte Merkel. "Uns wird es auf Dauer nur gut gehen, wenn es auch anderen Ländern gut geht." Die Bundeskanzlerin unterstrich zudem die Notwendigkeit, die Energiewende erfolgreich abzuschließen. "Wenn wir das nicht schaffen, werden andere sich zurücklehnen und sagen: Wir schaffen das auch nicht."
Bei ihrer Rede auf dem Kirchentag hat Bundeskanzlerin Merkel den Vorbildcharakter der Energiewende betont. Kanzlerkandidat Steinbrück diskutiert über soziale Gerechtigkeit.
Auch Merkels Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) besuchte den Kirchentag. Er startete am Mittag mit einem Rundgang über den "Markt der Möglichkeiten", wo sich christliche Initiativen und Verbände präsentieren. Anschließend diskutierte der Kanzlerkandidat unter anderem mit dem Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon. Vor rund 2.500 Zuschauern forderte Steinbrück, dass mit Nahrungsmitteln nicht mehr spekuliert werden dürfe. Er machte zugleich deutlich, dass er Spekulationsgeschäfte mit Rohstoffen aber nicht generell ablehne. "Es gibt die eine oder andere Wette auf zukünftige Preise, die man nicht verbieten sollte", sagte der SPD-Politiker.
Bereits am Vormittag sprach unter anderem der frühere Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Er warnte vor einer Spaltung Europas. "Die Krise und ihre Folgen treiben die Menschen auseinander", sagte Steinmeier bei einer Bibelarbeit.
In immer mehr Ländern wachse der Ärger über die als "drückend empfundene" Politik der nordeuropäischen, protestantischen Länder, sagte Steinmeier. "Und in den reichen Ländern des Nordens hat man das Gefühl, Zahlmeister zu sein für die Länder des Südens."
Alois Glück fordert mehr soziale Gerechtigkeit.
Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, sagte, in vielen Ländern der Europäischen Union bedrohe die Finanzkrise auch das Gemeinwesen und damit die Demokratie. Er rief zum Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und gegen ausbeuterische Verhältnisse auf. Er bezog sich dabei auf die Bibel. Sie gebe drei fundamentale Weisungen für das Gebiet der Wirtschafts- und Sozialpolitik: den Sonntagsschutz, das Entschuldungsgebot und das Zinsverbot.
Ähnlich äußerte sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. "Die Rettungsschirme schützen die Banken statt die bedrängten Menschen." Die Bibel dagegen lehre, dass die Wirtschaft reguliert werden müsse, um Armut einzudämmen. Das biblische Denken sei eine "notwendige Provokation und Herausforderung für unser Wirtschaftssystem, das in der Globalisierung die Ausbeutung der Armen betreibt", sagte Schneider und wandte sich zugleich gegen ein "maßloses Anspruchsdenken", das unter reichen Menschen immer mehr um sich greife. Dabei werde Konkurrenzfähigkeit zum Erziehungsziel, Solidarität zur Familiensache und Gier zu einer akzeptablen Lebenshaltung.
Auch der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), diskutierte am Vormittag im Thalia Theater über Solidarität in Europa. Er sagte, Europa werde auseinander fliegen, wenn die EU nicht reformiert würde. "Wir haben derzeit einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, eine gemeinsame Währung, eine Zentralbank und 17 Einzelregierungen, die darüber entscheiden." Außerdem nahmen Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) an Veranstaltungen teil. Am Donnerstag waren bereits unter anderem Joachim Gauck und Margot Käßmann aufgetreten.
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