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Journalisten mit Henri Nannen Preis geehrt

Der Publizist und Autor Wolf Schneider steht mit seinem Preis für sein Lebenswerk nach der Verleihung des Henri-Nannen-Preises im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg auf der Bühne. © dpa Fotograf: Marcus Brandt Detailansicht des Bildes Der Publizist und Autor Wolf Schneider erhielt den Henri Nannen Preis für sein Lebenswerk. Zum siebten Mal sind am Freitagabend in Hamburg Journalisten für herausragende Leistungen mit dem Henri Nannen Preis ausgezeichnet worden. 1.200 Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur kamen zu der Gala ins Deutsche Schauspielhaus. In fünf Kategorien vergab das Verlagshaus Gruner + Jahr seinen mit insgesamt 35.000 Euro dotierten Preis zur Erinnerung an "Stern"-Gründer Henri Nannen. Eine hochkarätig besetzte Jury kämpfte sich dafür durch 791 Arbeiten des deutschen Online- und Printjournalismus.

"Qualitätsjournalismus ist mehr als das schnelle Übermitteln von Fakten und Meinungen", betonte Gruner + Jahr-Vorstandschef Bernd Buchholz. "Recherche, Nachfrage und Selektion: Journalismus soll mehr als das Vordergründige vermitteln."

Wolf Schneider für Lebenswerk ausgezeichnet

Der "Henri" für das publizistische Lebenswerk ging in diesem Jahr an den Journalisten und Sachbuchautor Wolf Schneider. Der 85-Jährige arbeitete lange für den "Stern", später war er Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt". Von 1978 bis 1995 leitete er die Hamburger Journalistenschule, die später nach Henri Nannen benannt wurde.

Den ersten Platz in der Kategorie Reportage gewann René Pfister vom Magazin "Der Spiegel" für eine Geschichte über Horst Seehofer. Christine Kröger vom "Weser-Kurier" erhielt den Preis für die "beste investigative Leistung". In der Kategorie Humor wurde Hans Zippert ausgezeichnet. Sein Beitrag "Mich trifft der Schlag" erschien in der "Welt". "WAZ"-Chefredakteur Ulrich Reitz sagte: "Man muss schon ein Meister seines Faches sein, um über den eigenen Schlaganfall humorvoll herzuziehen." Der Preis für die beste Dokumentation ging an ein elfköpfiges Team vom "Spiegel" für den Beitrag "Ein deutsches Verbrechen". Darin wurden Abläufe und Verantwortlichkeiten des Bombardements der Tanklaster bei Kundus in Afghanistan analysiert.

Sonderpreis für Susanne Leinemann

Die Henri Nannen Preisträger Christine Kröger (l.), Stephan Vanfleteren und Susanne Leinemann. © dpa Fotograf: Marcus Brandt Detailansicht des Bildes Auch Christine Kröger (l.), Stephan Vanfleteren und Susanne Leinemann wurden ausgezeichnet. Der Fotograf Stephan Vanfleteren wurde für die beste fotografische Autorenleistung ausgezeichnet. Er porträtierte in seiner Fotoreportage "Es gibt was Neues hier seit gestern" für die Kultur-Zeitschrift "DU" den Künstler Tomi Ungerer in seinem Studio in Irland. Den Sonderpreis erhielt Susanne Leinemann, die einen brutalen Raubüberfall erlebte und darüber im "Zeitmagazin" unter dem Titel "Der Überfall" schrieb.

Die Französische Wochenzeitung "Le Canard enchainé", die den Preis für die Pressefreiheit bekam, nahm ihren Preis nicht an. "Aber die Ehre verweigern wir nicht", sagte ein Mitglied der Redaktion, die sich aus Prinzip nicht auszeichnen lässt, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Das Blatt, das auch auf den Abdruck von Werbung verzichtet, will das Preisgeld deutschen und französischen Journalisten zur Verfügung stellen.

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