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Hamburg verneigt sich vor seiner großen Volksschauspielerin: Seit Sonntag hat Heidi Kabel einen eigenen Platz in der Hansestadt - mit lebensgroßer Bronzestatue. Tochter Heidi Mahler enthüllte am Mittag unter großem Applaus feierlich die Skulptur von Hamburgs berühmtester "Deern".
Zudem wurde ein Teil des Hachmannplatzes am Hauptbahnhof umbenannt: Bürgermeister Olaf Scholz überbrachte das Straßenschild mit der Aufschrift "Heidi-Kabel-Platz". Dort residiert seit Kurzem mit dem Ohnsorg-Theater das Haus, das Heidi Kabel über Jahrzehnte geprägt hatte.
Für die Schauspielerin macht die Stadt Hamburg eine Ausnahme: Eigentlich werde nach dem Tod prominenter Bürger mindestens zwei Jahre gewartet, bis ein Platz oder eine Straße den Namen des Gestorbenen erhalte, erklärte Scholz. Doch der Umzug des Ohnsorg-Theaters und die große Beliebtheit der Schauspielerin habe diesen Schritt nicht schwer gemacht.
"Sie war Hamburg: klar, offen, spröde, verlässlich, herzlich, handfest, burschikos", sagte der frühere Erste Bürgermeister der Hansestadt, Henning Voscherau (SPD), in seiner Laudatio. "Eine starke Frau, eine große Persönlichkeit, stets persönlich ganz bescheiden, keinerlei Allüren. Und dafür liebte ihr Publikum sie, liebten wir alle sie und lieben sie heute noch."
Nach Angaben der Veranstalter kamen trotz Regenschauern etwa 5.000 Menschen zum "Heidi-Kabel-Platz", andere Quellen sprachen von mehr als 1.000 Zuschauern. Darunter waren zahlreiche Prominente wie Moderatorin Ina Müller.
Auch das neue Ohnsorg-Theater präsentierte sich am Sonntag erneut den Hamburgern: Das Haus zeigte sich beim Tag der offenen Tür. Erst vor einer Woche hatte die niederdeutsche Traditionsbühne nach 75 Jahren das neue Quartier bezogen.
Heidi Kabel stand mehr als 65 Jahre auf der Bühne und spielte in gut 160 plattdeutschen Stücken mit. Sie war am 15. Juni 2010 im Alter von 95 Jahren gestorben.