Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis
Weitere Informationen zur Auszeichnung und den Preisträgern der Vergangenheit.
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Moderator Oliver Welke (links) und der Literaturjournalist Denis Scheck freuen sich über die Auszeichnung.
Oliver Welke und sein Team der "heute-show" im ZDF sind am Mittwochabend in Hamburg mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus ausgezeichnet worden. In der Begründung der Jury heißt es über die satirische Nachrichtensendung: "Es verknüpft die klassische politische Satire mit den bildhaften Verzerrungen der Karikatur und verschafft so der Kritik an Politik und Gesellschaft im Medium Fernsehen einen eigenen Platz." Besonders Welkes Sprachwitz überzeuge: "Nie platt, verblüffen Wortspiel, Körpersprache und Mimik und verführen zu humoriger Erkenntnis: Aufklärung mit Genuss in Zeiten des Politikverdrusses und des Misstrauens gegenüber herkömmlicher Berichterstattung." Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Welke hatte mit der Auszeichnung nicht gerechnet: "Wir waren alle sehr überrascht, denn der Preis ist ja für Journalisten. Und so hatten wir uns noch gar nicht gesehen."
Der Moderator und Comedian Oliver Welke hat bei zahlreichen privaten und öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsendern gearbeitet. Bekannt geworden ist er mit der Comedy-Show "Frühstyxradio" bei "ffn" in Niedersachsen. In den 90er-Jahren fing Welke als Sportreporter bei Sat.1 an und moderierte anschließend die Fußballmagazine des Senders. Zusammen mit Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka schrieb der 46-Jährige das Drehbuch zu dem Spielfilm "Der WiXXer". Seit 2009 moderiert er die satirische Nachrichtensendung "heute-show". In ihr parodieren die Autoren deutsche und internationale Nachrichten. Sie ist eine Adaption der amerikanischen "The Daily Show". Außer Welke arbeiten unter anderem Martina Hill und "extra 3"-Moderator Christian Ehring für die Sendung. Die "heute-show" hat bereits den Deutschen Comedypreis, den Adolf-Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis erhalten.
Zudem verleiht die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichspreises einen Sonderpreis. Er ging in diesem Jahr an den Literaturjournalisten und Moderator der ARD-Sendung "druckfrisch", Denis Scheck. Er sei ein "sprachmächtiger und unerschrockener Literaturkritiker". Ein "feinsinniger Interviewer großer Autoren und Störenfried des Büchermarktes", heißt es in der Begründung. "In seiner monatlichen Sendung zeigt Denis Scheck, dass Literatur mehr ist als Buchdruck und näher ist am Leben als manche Dokumentation." Seit 2003 jubelt und lästert der Redakteur des Deutschlandfunks über Neuerscheinungen, interviewt Autoren und gibt so Orientierung im deutschen Bücherdschungel. "Druckfrisch" ist eine Gemeinschaftsproduktion von BR, HR, NDR und WDR. Der Sonderpreis ist mit 2.500 Euro dotiert.
Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis würdigt seit 1995 herausragende Leistungen des kritischen Fernsehjournalismus. In der Jury sitzen unter anderem die Moderatoren Ulrich Wickert und Anne Will sowie der ehemalige ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. Hanns Joachim Friedrichs war unter anderem Korrespondent in den USA und der erste Moderator der ARD-Tagesthemen. Mit dem Preis wurden bisher vor allem Auslandskorrespondenten und Reporter geehrt.
Die Daily Show gibt es seit 1996, da steht eine ganz andere Tradition, viel mehr Material und mehr Schreiber dahinter. [mehr]
Gibts ja schon. Die Anstalt würde ich ähnlich kritisch ansehen. [mehr]
Gute Satire-Sendung!
Der Unterschied liegt in der Satire. Die Wochenshow hat nicht wirklich kritisiert, das war eher "Fun" ohne politische Kritik. Die heute-show besteht praktisch nur aus politischer Kritik. [mehr]
Erfreulich
Gibt es noch eine zweite Sendung im Deutschen Tv welche die Politik und deren Vertreter ohne Lagerdenken vorführt und deren Dummheit bloßstellt? Die Frage ist warum gibt es keine Nachahmer, ich... [mehr]
Welke
Welke ist mir an sich nicht unsympathisch, aber wenn seine Show, dieser billige, zahnlose und jeden Witz erklärende Abklatsch der "Daily Show with Jon Stewart", als Speerspitze der Fernsehsatire gilt,... [mehr]