Verkehrsmeldungen aus Hamburg
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Rund neun Millionen Container wurden im Jahr 2011 im Hamburger Hafen umgeschlagen.
Der Hamburger Hafen rechnet nach den kräftigen Zuwachsraten im vergangenen Jahr auch für 2012 mit einem Wachstum. Allerdings wird dies aller Voraussicht nach geringer ausfallen als 2011. Die Vorstandsvorsitzende von Hafen Hamburg Marketing, Claudia Roller, sagte am Montag, sie erwarte für 2012 ein Wachstum von "fünf bis sechs Prozent". Allerdings hänge viel von der Schuldenkrise im Euroraum sowie der wirtschaftlichen Entwicklung in China, Russland, Indien und Brasilien ab.
Im vergangenen Jahr verzeichnete der Hafen wegen des Aufschwungs im Außenhandel beim Seegüterumschlag einen Umschlag von 132,2 Millionen Tonnen und damit ein Plus von 9,1 Prozent. Dabei wurden den Angaben zufolge etwa neun Millionen Standardcontainer umgeschlagen, 14,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Das sei das stärkste absolute Wachstum im Containerumschlag unter den nordeuropäischen Häfen.
Der Hamburger Hafen eroberte sich damit seinen Platz als zweitgrößter Containerhafen Europas zurück. Allerdings ist die Elbmetropole noch weit von den Rekordumschlägen der Jahre 2007 und 2008 entfernt, als fast zehn Millionen Container im Hafen abgefertigt wurden. Während der Krise hatte Hamburg Rückschläge erlitten und war vorübergehend hinter Antwerpen auf den dritten Platz in Europa zurückgefallen. Größter Containerhafen bleibt mit Abstand Rotterdam.
"Wir freuen uns, dass der Hamburger Hafen im Jahr 2011 sowohl im Gesamtumschlag als auch im Containerverkehr ein überdurchschnittliches Wachstum erzielen konnte", sagte Roller. Der Import via Hamburg legte 2011 um acht Prozent auf rund 76 Millionen Tonnen zu, der Export um zehn Prozent auf 56 Millionen Tonnen. Der Stückgutumschlag wuchs um rund 14 Prozent, der Massengutumschlag verlor dagegen rund zwei Prozent. Asien blieb auch 2011 das mit Abstand wichtigste Fahrtgebiet für Hamburg, die Transporte in die USA wuchsen überproportional.
Die im Marketingverband zusammengefasste Hafenwirtschaft machte sich erneut für die umstrittene Elbvertiefung stark. Sie werde Hamburgs Attraktivität im Wettbewerb der Häfen noch weiter stärken. Der geplante Fahrrinnen-Ausbau hat zum Ziel, dass der Hamburger Hafen besser für die neue Generation der Containerschiffe zu erreichen ist. Riesenschiffe mit Platz für mehr als 13.000 Container mit einem maximalen Tiefgang von 15,50 Metern können den Hafen zwar schon heute anfahren - allerdings nicht voll beladen. Deswegen befürchten Reeder und Terminal-Betreiber Standort-Nachteile.
Der neue Tiefsee-Containerhafen in Wilhelmshaven, der im August seinen Betrieb aufnehmen soll, macht den Hamburger Hafenmanagern keine übermäßigen Sorgen. Er soll in einigen Jahren 2,4 Millionen Standardcontainer umschlagen, etwa so viel wie das Container-Terminal Altenwerder in Hamburg. "Man muss immer die Gesamtkosten der Transportkette sehen", sagte Jens Meier, der Chef der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA). In Hamburg sei rund ein Drittel der Container für den Ballungsraum bestimmt - für den Rest finde sich ein gut ausgebautes Netzwerk von Schiffs-Zubringern in den Ostseeraum, Bahn-, Binnenschiff- und Lkw-Verbindungen. Wilhelmshaven sei dagegen vergleichsweise weniger gut an das Hinterland angebunden und habe praktisch kein lokales Güteraufkommen.