Andreas Vallbracht hat vor 13 Jahren sein erstes Bild vom Hamburger Hafen geschossen. Der 50-jährige Profi-Fotograf lichtet oft Schiffe, Terminals & Co. ab - gerne auch vom Wasser aus. Er arbeitet vor allem zum Thema Architektur und ist begeisterter Hafenfan.
Brücken, die bei Sturmflut schließen - im Hamburger Hafen können Fotografen ungewöhnliche Motive aus spannenden Perspektiven einfangen. NDR.de zeigt in der Hafentour mit Fotograf Vallbracht die schönsten Plätze zum Abblichten von Schiff, Kran und Wasser.
Containerschiffe und Terminals ganz nah vor der Linse - das gibt es am Waltershofer Damm. Im Waltershofer Hafen liegen die Kaimauern von Eurogate und der Burchardkai. Hier werden die größten Schiffe der Welt gelöscht.
Von einer Brücke über der Hafenbahn aus hat man einen guten Blick und wird freundlich von den ausländischen Schiffsleuten gegrüßt.
Die Standardausrüstung für den Hobbyfotograf: Ein Universalobjektiv (rechts), ein Weitwinkel- und ein Teleobjektiv. Zudem ein Stativ, Ersatzakkus und Speicherkarten, ein Tuch und ein Blasebalg zum säubern des Sensors. Der Fernauslöser erleichtert es gestochen scharfe Bilder zu machen, da die Kamera bei jeder Berührung leicht wackelt. Der grüne Kubus kann auf die Kamera gesteckt werden und zeigt an, ob die Aufnahmen gerade sind.
Der Elbanleger Neuhof (Linie 61) ist der beste Platz für Schiffsbeobachtungen. Hier müssen Frachter, Containerschiffe und Tanker durch, die zum Terminal Altenwerder oder nach Harburg fahren. Mit einen Weitwinkel-Objektiv kann man sie unter der Köhlbrandbrücke einfangen. Wann welches Schiff unterwegs ist, erfährt man auf der Seite von Hafen Hamburg.
Den Anleger Norderelbstraße erreicht man mit der HADAG Linie 73. Hier wird die Elbphilharmonie zum Star.
Besonders gut eignet sich der Steg für Hafenpanoramen. Fotograf Vallbracht stellt sich dafür ein wenig höher auf den Anleger, um einen besseren Überblick zu haben. Besonders abends ist dies ein guter Platz für Stadtaufnahmen.
Das Hafenmuseum auf dem Kleinen Grasbrook ist ein Paradies für Motvisammler. Hier ragen alte Kräne neben verrosteten Schiffsschrauben in den Himmel.
Bahnwaggons, Boote, Van-Carrier: Die fünf Euro Eintritt lohnen sich.
Hier fotografiert man nahe Objekte am besten mit einem Teleobjektiv. Eine offene Blende um 4 lässt den Hintergrund unscharf.
Gute Fotografen verlassen ihre Komfortzone. Wer sich hinkniet, nach oben und unter die Dinge schaut, dem eröffnen sich ungewöhnliche Perspektiven.
Vallbracht sucht hier nach Formen, Farben und Mustern, die für den Hafen stehen.
Auf der Brücke zwischen dem Hansa- und dem Saalehafen, an der Dessauer Straße, bekommt man kleine Boote und Bananenfrachter vor die Linse. Hier hat die HHLA ihr Fruchtterminal. Am besten fotografiert man mit Weitwinkel, um den ganzen Hafen ins Bild zu bekommen.
Die richtige Belichtung findet der Fotograf mit dem Histogramm. Es zeigt die Verteilung der Helligkeit im Foto. Links sind die Schatten, rechts die Lichter zu sehen. Ist der "Berg" rechts zum Beispiel hoch, ist ein großer Teil des Bildes überbelichtet.
Bei trübem Wetter retten Belichtungsreihen das Bild. Sie machen drei Fotos - so entsteht ein über- und ein unterbelichtetes sowie ein normal belichtetes Foto. Fügt man in der Nachbearbeitung alle zusammen, wirkt der Himmel dramatischer, die Kaianlagen kontrastreicher.
Die Freihafenbrücke ist ein schöner Ort um Fotos zu schießen, die die Kulisse der Stadt mit dem Hafen verbinden. Dazu kann man bei wolkenverhangenem Himmel ein Teleobjektiv mit Blende 8 und Verschlusszeit 1/250 benutzen: So wird alles scharf.
Auch wenn die Wolken wenig Farben und Formen preisgeben, lohnt sich ein Foto. Man kann es in der Nachbearbeitung einfach schwarz-weiß ziehen. Von der Freihafenbrücke lässt sich außerdem gut beobachten, wie die Hafencity den Sprung über die Elbe wagt. Wer die Baustellen jetzt einfängt, wird zum Dokumentar, denn das Stadtbild ändert sich hier schnell.
"Wenn wir schon mal hier sind" lautet ein Fotografen-Motto, das im Hafen oft ungeplant schöne Bilder bringt. Vallbracht hat so diese Szene auf der Freihafenbrücke eingefangen, die Hafencharme und Moderne verbindet.