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Das Immobilienunternehmen Bayerische Hausbau hat seine Gespräche mit der Anwohner-Initiative "Esso-Häuser" für beendet erklärt. Der Investor wirft der Initiative vor, sie habe sich als Gesprächspartner disqualifiziert und sprach von einem "verlorenen Jahr". Nun sei der Abriss der Gebäude am Spielbudenplatz geplant.
Gemeinsam mit dem Bezirk Hamburg-Mitte soll schnell ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden. Allerdings erklärte der Bezirk auf Anfrage von NDR 90,3, es gebe noch keine Zustimmung für einen Wettbewerb. Nach eigenen Angaben plant die Hausbau einen Riegel mit Gewerbeflächen zur Reeperbahn hin, auf 19.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche sind je ein Drittel Eigentums-, Miet- und Sozialwohnungen vorgesehen.
Um Abriss oder Sanierung der Gebäude gibt es seit Langem Streit. Die Anwohner-Initiative will den Abriss verhindern und eine Sanierung durchsetzen, während die Mieter in den Wohnungen bleiben. Nach Ansicht der Bayerischen Hausbau sind die Häuser jedoch in einem zu schlechten Zustand. Ein weiteres Gutachten sollte eine Lösung bringen, das war Anfang Dezember vereinbart worden.
Die Initiative habe sich aber geweigert, aus einer Liste von 50 vorgeschlagenen Gutachtern vier auszuwählen, heißt es in der Pressemitteilung der Hausbau. Stefan Günter, Leiter der Hamburger Niederlassung des Unternehmens sagte: "Die Initiative hält sich nicht an Vereinbarungen und zeigt damit deutlich, dass es ihr nicht um einen für alle Parteien tragfähigen Kompromiss oder gar um die Mieterinnen und Mieter geht, sondern schlicht um eine nicht enden wollende Verzögerung einer sinnvollen baulichen Lösung für das Areal am Spielbudenplatz."
Die Entscheidung der Hausbau hat die Initiative "Esso-Häuser" offensichtlich überrumpelt. Sie bezichtigte das Unternehmen der Lüge. Keineswegs habe die Initiative den Gutachter allein bestimmen wollen. Tatsächlich habe man wie vereinbart fristgerecht Anmerkungen eingereicht und dann allerdings vorgeschlagen, erst den Auftrag für das Gutachten genau zu formulieren, um danach den Gutachter-Auftrag zu vergeben, sagte Steffen Jörg von der Initiative "Esso-Häuser". Dazu habe es keine Rückmeldung mehr von der Bayerischen Hausbau gegeben. Die Initiative will weiter für den Erhalt des Gebäudekomplexes kämpfen. Am Spielbudenplatz 5 bis 13 entscheide sich die Zukunft des ganzen Stadtteils, sagte Jörg.
Das Unternehmen wollte offenbar keine weitere Verzögerung mehr hinnehmen. Die SPD-Bezirksfraktion teilte mit: "Wir können uns kein Verfahren vorstellen, in dem nicht die Mieterinnen und Mieter der Esso-Häuser und Stadtteilbewohner intensiv beteiligt sind." Auch die GAL-Fraktion im Bezirk Mitte forderte alle Beteiligten auf, im Gespräch zu bleiben.
Das Immobilienunternehmen sagte zu, Versprechen an alle Mieter einzuhalten, egal ob mit befristetem oder unbefristetem Vertrag. Ihnen allen sollen in dem Neubau Wohnungen angeboten werden. Dabei würde "garantiert", dass es bei der zuletzt gezahlten Bruttomiete pro Quadratmeter bleibt.
In dem Gebäudekomplex sind derzeit eine Tankstelle, 110 Wohnungen, eine Tiefgarage sowie Kneipen, Läden und Clubs wie das Molotow untergebracht.