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Sektenexpertin Caberta und Innensenator Neumann stellten das "Schwarzbuch Esoterik" vor.
Die Hamburger Sektenexpertin Ursula Caberta hat die Esoterik-Bewegung ins Visier genommen. In ihrem neuen Buch "Schwarzbuch Esoterik" warnt sie eindringlich vor selbsternannten Heilern, Gurus oder Therapeuten und nimmt zudem die christlichen Fundamentalisten ins Visier. Auch Prominente wie der bekannte TV-Pfarrer Jürgen Fliege, Nena oder Hape Kerkeling kommen in ihrem Buch nicht ungeschoren davon. Fliege stehe symptomatisch für die gefährliche Entwicklung des Esoterikmarktes zu einer Mischung aus käuflicher Spiritualität und Ideologie, sagte Caberta am Dienstag in Hamburg bei der Vorstellung ihres Buches.
Mit ihrer Warnung vor dem Esoterik-Boom kehrte Caberta auf die politische Bühne zurück. Vor einem Jahr hatte der schwarz-grüne Senat ihre Arbeitsstelle Scientology aufgelöst. Wegen ihres Kampfes gegen die Scientology-Organisation war Caberta bundesweit bekannt geworden. Der neue SPD-Senat dankte ihr am Dienstag ausdrücklich für ihre aufklärerische Arbeit. Cabertas Kritik sei notwendig, sagte Innensenator Michael Neumann (SPD) bei der Vorstellung des Buches im Rathaus. "Von daher ist das eine Provokation. Aber eine Provokation, die aus meiner Sicht dringend notwendig ist, um dieses Thema anzuschieben", sagte Neumann.
Der Markt für Esoterik wuchs Cabertas Angaben zufolge in den vergangenen fünf Jahren rasant von sechs auf geschätzte 20 Milliarden Euro. Mit dem "Schwarzbuch Esoterik " will die Sektenexpertin über Praktiken diverser Heilslehren informieren. Innensenator Neumann sagte, von Hamburg solle eine eine politische Diskussion über gefährliche Seelenfänger ausgehen. Neumann will den Verbraucherschutz gegen Sekten stärken und hat sich das Heilpraktikergesetz vorgenommen. Dieses Gesetz bezeichnete Caberta als Täterschutz.
TV-Pfarrer Fliege wehrte sich am Mittwoch gegen die Angriffe Cabertas. "Dass Frau Caberta mit Hilfe des Hamburger Senats, also mit Steuergeldern, Menschen wegen ihres Glaubens diffamiert, tut mir am meisten weh", sagte der 64-Jährige. "Mit ihren Argumenten gegen den Glauben, dass Worte verändern können, könnte Frau Caberta auch die ganze christliche Religion angehen."