Diese Glocke läutet nicht mehr zum Gebet. Sie steht als Denkmal neben der entwidmeten Bethlehem-Kirche in Hamburg-Eimsbüttel. Im Oktober 2010 ist dort eine Kindertagesstätte eingezogen.
Turm und Gebäude der Bethlehem-Kirche stehen unter Denkmalschutz - das musste beim Umbau in eine Kita bedacht werden. Der große Innenraum wurde erhalten, im Bereich der ehemaligen Empore hat die Kita eine Lernwerkstatt eingerichtet.
Vor der schweren Tür parken nun Kinderfahrräder. Auch wenn sich die Gemeinde von ihrem Gebäude getrennt hat, so hat sie doch ihren Einfluss bewahrt: Träger der Kita ist die evangelische Kirche.
In das hohe Kirchenschiff wurden kleinere Gruppenräume gebaut. Eine große Freifläche bietet viel Platz zu Toben, der Altar ist nur noch Deko. Ihn abzubauen wäre zu teuer gewesen.
Mit ihren 100 Jahren zählt St. Stephanus zu den älteren Kirchen, die in Hamburg entwidmet wurden. Das Interesse an dem ehemaligen Gotteshaus ist groß: 2005 wollte Tim Mälzer hier ein Restaurant eröffnen.
Hinter den hohen Kirchenfenstern tüfteln Jungunternehmer an neuen Ideen. Sie alle glauben an das Internet. Eine Werbeagentur und vier Start-Ups haben hier eine berufliche Bleibe gefunden.
Wo einst der Altar stand, ist jetzt eine gemütliche Sofaecke. Längst vergessen ist der Wirbel, den der Verkauf von St. Stephanus vor fast acht Jahren provoziert hat.
Für neue Aufregung sorgen die Pläne für die ehemalige evangelische Kapernaum-Kirche. Seit 2002 ist sie samt Rastergitter-Turm stillgelegt. Aus Kostengründen. Nun soll sie zu einer Moschee umgebaut werden. Das stößt auf Kritik.
Im Zuge der Kirchenfusion im Stadtteil Eidelstedt musste sich die Gemeinde von gleich zwei Gebäuden verabschieden. Die Johanneskirche wurde 2011 mit einem Gottesdienst und einer feierlichen Auszugs-Prozession entwidmet. Nun soll hier in einen Neubau eine Kita einziehen.
In der Kirche St. Johannis in Altona werden zwar weiterhin Gottesdienste gefeiert. Um das Haus dauerhaft halten zu können, vermietet es die Gemeinde zudem für Kulturevents: Musicals, Modenschauen und Kerzenschein-Dinner im Kirchenschiff bringen das nötige Kleingeld.
Diese Kirche steht so nicht mehr: Von ihr ist heute nur noch der Ostflügel zu sehen. Die Heiligengeist-Kirche in Barmbek wurde 2008 abgerissen, als eine der ersten in der Hamburger Nachkriegszeit. (Archivbild)
Diese ehemalige evangelische Kirche wird bereits von anderen Glaubens-Anhängern genutzt. In der Gnadenkirche in St. Pauli feiert die russisch-orthodoxe Gemeinde ihre Gottesdienste.