AKTUELLES AUS DER REGION
 

Elbphilharmonie: "Komplexität unterschätzt"

Hamburgs ehemalige Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) und ihr Anwalt im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Elbphilharmonie © dpa-Bildfunk Fotograf: Angelika Warmuth Detailansicht des Bildes Hamburgs ehemalige Kultursenatorin von Welck hält den Bau der Elbphilharmonie trotz aller Probleme weiter für eine richtige Enstcheidung. Die ehemalige Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) sieht die Ursachen für die Probleme beim Bau der Elbphilharmonie in den Ursprüngen des Projektes. "Alle Beteiligten haben am Anfang die Komplexität des Bauvorhabens unterschätzt", sagte sie am Donnerstag vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft. Der Streit um die Kosten des Konzerthauses sei bereits früh angelegt gewesen, da "der Kostenansatz von Anfang an viel zu niedrig angesetzt war", erklärte von Welck. Die 65-Jährige war von 2004 bis 2010 Kultursenatorin der Hansestadt und hatte 2008 die Gesamtverantwortung für das Prestigeobjekt übernommen.

Deutliche Kritik an Ex-ReGe-Chef Wegener

Deutliche Worte fand von Welck auch in Bezug auf den früheren Chef der städtischen Realisierungsgesellschaft (ReGe), Hartmut Wegener. Der Projektkoordinator habe "seine Möglichkeiten völlig überschätzt", erklärte sie im Zeugenstand. Sie zeichnete das Bild eines sehr selbstbewussten und herrischen Bauleiters. Wegener sei offenbar überzeugt gewesen, alle Probleme fest im Griff zu haben und habe diese nur "recht bruchstückhaft" der Kulturbehörde geschildert. "Er hat immer gesagt: 'Ich kriege das alles hin, wenn erst der Beton fließt'", sagte von Welck. Wegener wurde 2008 als Chef der ReGe entlassen.

Bau der Elbphilharmonie "richtige Entscheidung"

Trotz Kostenexplosion und Bauzeitverzögerung glaubt die ehemalige Senatorin jedoch weiterhin an das Konzerthaus. "Ich bin fest überzeugt, dass sich die Elbphilharmonie nach der Eröffnung als richtige Entscheidung für die Freie Hansestadt Hamburg erweisen wird", sagte sie in einem persönlichen Schlusswort.

Elbphilharmonie: Was wusste Karin von Welck?

Hamburg Journal - 07.02.2013 19:30 Uhr

Die Architekten der Elbphilharmonie bekommen mehr als 90 Millionen Euro. Kein schöner Tag für die frühere Kultursenatorin Karin von Welck vor dem Untersuchungsausschuss.

In der kommenden Woche tritt erneut frühere Bürgermeister Ole von Beust (CDU) in den Zeugenstand. Der Ausschuss soll klären, wie es zu den immensen Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen kam. Statt ursprünglich 77 Millionen Euro soll das Konzerthaus nun 575 Millionen Euro kosten und 2017 fertig werden - sieben Jahre später als geplant.

Die Kulturbehörde bestätigte am Donnerstag einen Bericht des Spiegels, wonach die Architekten des Konzerthauses im Hamburger Hafen insgesamt 93,9 Millionen Euro Honorar erhalten.

Dieses Thema im Programm:

90,3 Aktuell | 07.02.2013 | 21:00 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/regional/hamburg/elbphilharmonie795.html
Weitere Informationen
Der Architekt Pierre de Meuron. © dapd Fotograf: Philipp Guelland
 

Elbphilharmonie: 94 Millionen für Architekten

Die Honorare übersteigen nun sogar den ursprünglich geplanten Kostenanteil Hamburgs. (07.02.2013) mehr


Helmut Schmidt: Elbphilharmonie ist "neureich"

Der Altkanzler hält das Hamburger Prestigeprojekt für überflüssig. (07.02.2013) mehr


Elbphilharmonie: Wegener gibt Beust Mitschuld

Der Ex-Projektkoordinator wies jegliche Schuld zur Kostenexplosion von sich. (30.01.2013) mehr


Elbphilharmonie: Streit über Akteneinsicht

Die Opposition will alle Unterlagen einsehen, der Senat lehnt dies ab. (23.01.2013) mehr

Hintergrund
Ein computergeneriertes Bild zeigt eine Außenansicht der geplanten Elbphilharmonie in Hamburg © ddp/ Herzog & de Meuron Fotograf: Herzog & de Meuron
 

Elbphilharmonie - Prestigeobjekt in der Hafencity

Informationen, Bilder und Hintergründe zum weltweit einmaligen Konzerthaus. mehr