Elbphilharmonie: Was wusste Karin von Welck?
Allein die Architekten bekommen mehr als 90 Millionen Euro.
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Architekt Pierre de Meuron kassiert für den Bau der Elbphilharmonie kräftig mit.
Die Kostensteigerungen beim Bau der Elbphilharmonie treiben immer neue Blüten. Die Architekten des Konzerthauses im Hamburger Hafen erhalten insgesamt 93,9 Millionen Euro Honorar. Das ist mehr als der ursprünglich geplante Gesamtkostenanteil der Stadt Hamburg an der Elbphilharmonie von 77 Millionen Euro.
Die Summe ergibt sich, wenn man die in verschiedenen Senatsdrucksachen ausgewiesenen bisherigen Zahlungen für die Architekten mit dem Honorarnachschlag von 35 Millionen Euro addiert. Die zusätzliche Zahlung erhalten die beiden beteiligten Architekturbüros Herzog & de Meuron sowie Höhler + Partner für die weitere planerische Betreuung des Gebäudes. In der Summe seien jedoch nicht nur Planung, sondern auch Bauüberwachung und Teile der Bauleitung enthalten, sagte ein Sprecher der Kulturbehörde und bestätigte damit einen Bericht von Spiegel Online.
Insgesamt wird der Bau nach derzeitigem Planungsstand die Stadt Hamburg mindestens 575 Millionen Euro kosten. Zurzeit verhandelt der SPD-Senat über neue Verträge mit dem Bauunternehmen Hochtief, die bis zum 28. Februar unterzeichnet werden sollen.
Unterdessen hat Karin von Welck (parteilos) am Donnerstag als eine Schlüsselfigur in Sachen Elbphilharmonie vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft ausgesagt. Die ehemalige Kultursenatorin sieht die Ursachen für das Elbphilharmonie-Desaster in den Ursprüngen des Projekts. Alle Beteiligten hätten am Anfang die Komplexität des Bauvorhabens unterschätzt, sagte von Welck. "Und dann ist der Vertrag sehr kompliziert abgefasst worden."
Hamburgs ehemalige Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) äußert sich vor ihrem Auftritt im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Elbphilharmonie.
Deutliche Kritik äußerte sie am früheren Chef der städtischen Realisierungsgesellschaft (ReGe), Hartmut Wegener. "Er hat seine Möglichkeiten völlig überschätzt", sagte von Welck. Sie zeichnete das Bild eines sehr selbstbewussten und herrischen Bauleiters. Er habe die Probleme am Bau nur "recht bruchstückhaft" der Kulturbehörde geschildert. "Er hat immer gesagt: 'Ich kriege das alles hin, wenn erst der Beton fließt'." Die Übernahme der Gesamtverantwortung durch die Kulturbehörde 2008 habe die "massiven Probleme" offengelegt. Allerdings habe Wegener in sogenannten Bauherrengesprächen die Mitarbeiter ihrer Behörde immer dann vor die Tür geschickt, wenn Kostenfragen zur Sprache kamen. Der Projektkoordinator habe mit seinen Alleingängen die Kommunikation über das Projekt massiv behindert. Letztendlich habe sie den Bürgermeister darum gebeten, Wegener abzulösen, sagte von Welck. "Wir hatten vollständig das Vertrauen verloren."
Trotz Kostenexplosion und Bauzeitverzögerung glaubt die Ex-Senatorin jedoch weiterhin an das Konzerthaus. "Ich bin fest überzeugt, dass sich die Elbphilharmonie nach der Eröffnung als richtige Entscheidung für Hamburg erweisen wird", sagte sie. In ihrer Amtszeit als Kultursenatorin explodierten die Kosten für das Hamburger Prestigeprojekt, der Zeitplan verschob sich immer weiter nach hinten. Kurz vor Ende der Ermittlungen war sie eine der wichtigsten Zeugen. Am 14. Februar wird dann nochmals Ex-Bürgermeister Ole von Beust (CDU) zu den immensen Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen bei dem Prestigeprojekt befragt.
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