Verkehrsmeldungen aus Hamburg
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Die Arbeiten an dem Dach des Großen Konzertsaales ruhen bereits seit November 2011.
Der Streit über die Elbphilharmonie zwischen der Stadt Hamburg und dem Baukonzern Hochtief hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Auf der Baustelle im Hamburger Hafen hat sich die Zahl der Arbeiter dramatisch verringert. Mittlerweile sind dort weniger als 100 Bauarbeiter beschäftigt, wie NDR 90,3 am Donnerstag berichtete. Das belegen die sogenannten Bautage-Berichte, die der Hamburger Kulturbehörde vorliegen. Demnach waren es in Spitzenzeiten noch knapp 400 Menschen, die auf Hamburgs berühmtester Baustelle arbeiteten. "Wir sind irritiert", sagte Kulturbehörden-Sprecher Enno Isermann am Mittwoch. Das Verhalten von Hochtief könne nur als Verweigerung gedeutet werden.
Offenbar denken einige Beteiligte darüber nach, ob die Stadt den Vertrag mit Hochtief nicht besser kündigen sollte. Die Stadt müsse sich alle Varianten offenhalten, sagte der SPD-Obmann im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Elbphilharmonie, Metin Hakverdi, der Zeitung "Die Welt" (Donnerstagsausgabe). Deshalb sei "die Kündigung des Vertrags mit Hochtief unter anderem eine Alternative, die in Betracht kommt". Senatssprecher Christoph Holstein sagte der Zeitung, die Vertragskündigung werde "jedenfalls nicht ausgeschlossen".
Der öffentliche Teil der Projektes Elbphilharmonie mit dem Großen Konzertsaal ist durch den Baustopp nach NDR Informationen offenbar komplett lahmgelegt. Gearbeitet werde nur noch im privatwirtschaftlichen Bereich, also am Hotel, der Gastronomie und an den Eigentumswohnungen, teilte ein Hochtief-Sprecher mit. Zu dem Abzug der Arbeiter hatte der Konzern mitgeteilt: "Weil der Bauablauf der Elbphilharmonie wegen zahlreicher Änderungen, ungelöster Fragen und fehlender Entscheidungen an einigen Stellen gestört ist, haben wir zahlreiche Projektmitarbeiter mit anderen Aufgaben betraut." Allerdings werde das Unternehmen dafür sorgen, dass qualifizierter Ersatz zur Verfügung stehe, sobald die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Die Bauarbeiten am Dach der Elbphilharmonie ruhen seit November 2011.
Ob der Abzug von Mitarbeitern darauf hindeutet, dass Hochtief mit einem längeren Baustopp rechnet, wollte das Unternehmen nicht kommentieren. Auch die Frage, ob der Schritt zu weiteren Verzögerungen bei der Fertigstellung der Elbphilharmonie führen wird, etwa weil Ersatzpersonal neu eingearbeitet werden muss, ließ der Sprecher offen. "Unser Ziel besteht darin, das Projekt so schnell wie möglich fertigzustellen." Hochtief werde sich zudem "in Kürze" umfassend zu den Problemen auf der Baustelle äußern.
Die Stadt Hamburg als Bauherrin und der Hochtief-Konzern streiten zurzeit über die Sicherheit des Daches, die Bau-Verzögerungen und die Mehrkosten. Hochtief äußerte Zweifel daran, dass das Dach des Konzertsaals nach den derzeitigen Plänen tragfähig sein wird. Anfang Februar hatten von der Stadt beauftragte Prüfer die Konstruktion für sicher erklärt. Hochtief weigert sich dennoch weiterzubauen. Als Übergabetermin für die Elbphilharmonie wurde zuletzt Ende November 2014 genannt.