"Nach den Pflichten jetzt die Rechte!"
Auf der Internetseite des Vereins Hamburg Pride e.V. gibt es Informationen zum CSD.
Link in neuem Fenster öffnen
Der Regen hat die Laune nur kurz getrübt.
Prinzessinnen, Tiger und Harlekins sind am Sonnabend durch die Hamburger Innenstadt gezogen. Die Parade des Christopher Street Day (CSD) startete in der Langen Reihe. Dort wurden die Feiernden zu Beginn des Umzugs von Petrus begrüßt. Starker Regen überraschte und durchnässte das Partyvolk. Etwa 120.000 Menschen feierten und demonstrierten mit den Transgender und den Homo- und Bisexuellen. Die Parade endete am Nachmittag am Jungfernstieg. Dort findet noch bis Sonntagabend ein großes Straßenfest statt, auf dem zahlreiche Bands spielen. Außerdem soll es politische Diskussionen geben. Die CSD-Parade war der Höhepunkt der "Pride Week".
Der 32. Hamburger CSD steht unter dem Motto "Ehe 2.0 - Nach den Pflichten jetzt die Rechte!". Ingo Bertram vom Veranstalter "Hamburg Pride" kritisierte, dass homosexuelle Paare immer noch nicht die selben Rechte hätten wie Heterosexuelle. Er sagte zu NDR 90,3: "Es ist nach wie vor ein Unding, dass wir keine Kinder adoptieren dürfen. Ich finde auch, dass es nicht angehen kann, dass wir steuerlich benachteiligt werden." Die Hamburger Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) unterstützt die Bestrebungen der Homosexuellen. "Ich glaube ehrlich gesagt, der konsqeuenteste Weg wäre die Gleichstellung der zivilrechtlichen Ehe mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft. Das würde alle Diskriminierungen auf einen Schlag beseitigen", sagte sie zu NDR 90,3.
Rund 40 Gruppen nehmen auf Trucks oder zu Fuß an der Parade teil.
Begleitet wurde der CSD in diesem Jahr von einem Streit über die Gleichstellungs-Politik von CDU und FDP. Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin hatte sich im Bundestag erneut gegen die völlige rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaften mit der Ehe ausgesprochen. Die Organisatoren des Hamburger CSD hatten beiden Parteien deshalb geraten, ihre Teilnahme zu überdenken. Vertreter von CDU und FDP gingen jedoch bei dem Umzug mit. Der Festwagen der Liberalen wurde vereinzelnd ausgebuht.
Seit 1980 gehen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender für ihre Rechte auf die Straße. Dabei geht es traditionell bunt zu. Gleichzeitig setzen sich die Teilnehmer für politische Ziele wie Gleichberechtigung und Akzeptanz ein. Der CSD erinnert an den Sommer 1969 in New York: Mit einem Aufstand hatten sich schwule Männer gegen Polizei-Razzien in Bars in der Christopher Street gewehrt.
Schaden für FDP und CDU
Endlich wurde es mal wieder politisch durch das scheinheilige Getue von FDP und CDU. In diesen 3 Tagen mussten diese beiden Parteien einen großen Imageschaden in der Parade und auch in ihren... [mehr]
Lesben vergessen
"Kinder adoptieren dürfen, Steuererleichterungen, Ehe - dafür gehen Schwule, Bisexuelle und Transgender auf die Straße." Da fehlt doch irgendwas... aber ich komm irgendwie nicht drauf... Das scheint... [mehr]
"Prinzessinnen, Tiger und Harlekins"
Die "schönsten Bilder" vom CSD zeigen mehr als oben genannt. Darf man einige davon als unschön oder abstoßend bezeichnen? Oder gibt der NDR ästhetische Sichtweisen vor? Muss ich jetzt blanke schwule... [mehr]
Toleranz beidseitig...
Wie schön, dass die Demokratie allen Seiten Freiheiten garantiert, wenn sie nicht gegen die Verfassung/das Grundgesetz verstösst. Das Grundgesetz ist so sehr komplex gegen Änderungen geschützt, um... [mehr]
Harlekine?
Sehr geehrte Redaktion, ich vermisse bei Ihrer Berichterstattung über den CSD das Fachwissen oder zumindest die ordentliche Recherche. Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz sind eine weltweit... [mehr]