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Chantal: Stärkere Kontrolle von Jugendämtern

Ein Teddy sowie Blumen und Lichter liegen vor dem Haus, in dem Chantal in Wilhelmsburg gewohnt hat. © NDR.de Fotograf: Daniel Sprenger Detailansicht des Bildes Die elfjährige Chantal war an einer Überdosis Methadon gestorben. Der Tod der elfjährigen Chantal aus Wilhelmsburg Mitte Januar hat Konsequenzen für die Hamburger Jugendämter. Die Sozialbehörde hat eine spezielle Kontrollstelle eingerichtet, die zukünftig die Arbeit von Jugendämtern und sozialen Diensten verstärkt beobachten soll. Damit reagiert die Behörde auf Versäumnisse, die offenbar zu dem Tod der Elfjährigen geführt haben.

Unangekündigte Besuche in Jugendämtern

Ab Januar sollen Mitarbeiter der Kontrollstelle, einer unabhänigen Jugendhilfe-Inspektion, unangekündigte Besuche in Jugendämtern durchführen. Bei "besonders risikoreichen Fällen" sei auch eine Akteneinsicht möglich, um Amtsabläufe künftig besser überprüfen zu können, sagte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) am Mittwoch bei einer Sitzung des Sonderausschusses Chantal. Zudem könne die Inspektion schnell eingreifen, sollte das Wohl eines Kindes gefährdet sein. Die Sozialbehörde erhoffe sich mit der Neuerung eine Verbesserung des Systems, sagte Scheele.

Grüne sehen Inspektion kritisch

Eingang zum Jugendamt im Bezirksamt Hamburg-Mitte in der Hamburger Innenstadt © dpa-Bildfunk Fotograf: Christian Charisius Detailansicht des Bildes Chantal stand unter der Aufsicht des Jugendamtes Hamburg-Mitte. Die Hamburger Christdemokraten sehen in der Einrichtung der Inspektion einen Fortschritt: Die Gruppe werde eingesetzt, damit sich ein Fall Chantal nicht wiederhole, erklärte Christoph de Vries (CDU). Christiane Blömeke (Grüne) sieht die Einführung der Inspektion dagegen kritisch: "Es fehlt ein Gesamtkonzept für das Qualitätsmanagement. Es wäre viel wichtiger, die sozialen Fachkräfte besser zu qualifizieren", sagte Blömeke.

Die elfjährige Chantal war bei drogensüchtigen Pflegeeltern untergebracht. Sie stand unter der Aufsicht des Jugendamtes Hamburg-Mitte. Das Mädchen war Mitte Januar an einer Überdosis der Ersatzdroge Methadon gestorben. Jugendämter und Sozialbehörde gerieten daraufhin wegen Versäumnissen, Fehleinschätzungen und weiteren staatlichen Pannen in die Kritik.

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Blumen, Gedenktexte und ein Bild erinnern in der Hamburger Nelson-Mandela-Schule an die verstorbene Schülerin Chantal. © dpa Fotograf: Markus Scholz
 

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Symbolbild: Kinderteller mit Drogenbesteck. © Radio Bremen
 
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