Tom Buhrow ist der neue Intendant des WDR
Der WDR informiert über die Nachfolge der WDR Intendantin Monika Piel.
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Tom Buhrow freut sich über seine Wahl zum WDR-Intendanten.
Der neue WDR-Intendant ist ein alter Bekannter: Tom Buhrow war vor seiner Karriere als Leiter des ARD-Studios Washington und Moderator der Tagesthemen beim WDR und kehrt dort nun auf den Chefsessel zurück. Wann, ist noch unklar. Seine Sommerpläne könne er allerdings "über den Haufen werfen", sagte Buhrow bei der Pressekonferenz nach der Wahl in Köln. Wenn man vom Lächeln ausgeht, das er bei seinen letzten Besuchen in der NDR Kantine trug - in Hamburg werden die Tagesthemen produziert - scheint ihn das aber nicht sonderlich schwer zu treffen. Das Lächeln hatte ihm in den vergangenen Wochen seit Bekanntwerden seiner Kandidatur für den Top-Posten bei der größten ARD-Anstalt die freundliche Bemerkung eingehandelt, doch eher für einen Job als "Liftboy" geeignet zu sein. Der frisch Gewählte nahm's mit Humor: "Ich werde mein Lächeln nicht ablegen", versprach er. Was angesichts des klaren Wahlergebnisses auch nicht nötig ist: 41 von 47 WDR-Rundfunkräten stimmten für Buhrow. Seine Gegenkandidaten, Radio Bremen-Intendant Jan Metzger und der frühere ZDF-Mann Stefan Kürten, heute bei der Europäischen Rundfunkunion (EBU) für Sportrechte zuständig, fielen klar durch.
Vor der Wahl hatten einige Rundfunkräte Kritik am zügigen Wahlverfahren geübt: Eine von dem Gremium bestimmte Findungskommission hatte die drei Kandidaten aus einem deutlich größeren Bewerberfeld bereits vor Wochen ausgewählt. Nun fand deren Vorstellung am selben Tag knapp vor der Wahl statt - Appelle, sich doch etwas mehr Zeit zu lassen, verhallten ungehört.
Buhrows Presse ist dabei nicht ganz ungetrübt. Während der 54-Jährige laut Teilnehmerberichten durch eine pointierte Präsentation sowohl die Findungskommission wie jetzt den gesamten Rundfunkrat für sich eingenommen habe, überwiegen in der Presse wie auch intern beim WDR die Fragezeichen, ob der Neue seiner künftigen Aufgabe gewachsen ist. Buhrow werde "lernen müssen, diesen Job auszufüllen", schreibt der Kölner Stadtanzeiger nach der Wahl und kommentiert: "Doch genau das ist das Problem: Der WDR braucht niemanden, der erst noch in die Lehre geht. Er braucht einen Meister, einen, der schon alles mitbringt, was Voraussetzung dafür ist, um den Westdeutschen Rundfunk zurück zu alter Stärke zu führen." Buhrow selbst soll bei seiner Vorstellung sinngemäß angemerkt haben, wenn der WDR einen reinen Managertypen suche, sei er nicht der Richtige. Andererseits hat beim Kölner Sender ein Intendant aus dem Programm eine lange Tradition: Buhrows Vorgängerin Monika Piel und die schon legendären WDR-Intendanten Friedrich Nowottny und Fritz Pleitgen kamen wie Buhrow aus dem Programm und mussten sich den Hierarchen erst "draufschaffen".
In Hamburg wird nach einem Nachfolger für den Tagesthemen-Moderator gesucht.
Tom Buhrow hat nun schon bald die Möglichkeit, dem WDR seinen Stempel aufzudrücken. "Ich bring die Liebe mit", kalauerte der künftige Intendant in Anlehnung an einen Neue-Deutsche-Welle-Hit der 1980er-Jahre. Interessanter wird sein, welches Personal er an seiner Seite haben wird: Denn Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff und Hörfunkchef Wolfgang Schmitz treten in Kürze ab. Das Vorschlagsrecht für die Nachfolge liegt beim Intendanten. Im Sender wird aktuell damit gerechnet, dass WDR-Fernsehchefredakteur Jörg Schönenborn zum Programmchef aufsteigt. Schönenborn würde so auch darüber hinweg getröstet werden, dass seine eigenen Ambitionen auf den Intendantensessel scheiterten, heißt es im WDR. Der Rundfunkrat hatte sich nämlich sehr früh darauf festgelegt, nur extern nach Kandidaten zu suchen. Daran gab es Kritik - genauso wie an der Vorschlagliste, auf der sich keine einzige Frau fand.
Beim NDR hinterlässt Tom Buhrow nicht nur in der Kantine eine Lücke. Auch wer die Tagesthemen-Nachfolge antritt, ist noch unklar. Weil angesichts des prestigeträchtigen Jobs in Hamburg die Spekulationen ins Kraut schossen, beschwichtigte NDR Intendant und ARD-Vorsitzender Lutz Marmor die Gemüter: "Ich bin sicher, dass wir gemeinsam in der ARD viel bewegen können", sagte Marmor. Die Tagesthemen-Nachfolge werde man jetzt "mit der nötigen Sorgfalt", aber auch "mit der gebotenen Eile prüfen". Vielleicht wird es also doch noch was mit Tom Buhrows Sommerurlaub.
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