Hamburg hat ein eigenes Protest-Camp der "Occupy"-Bewegung: Die Aktivisten schlugen zunächst ihr Lager am 16. Oktober 2011 vor der HSH Nordbank auf. Die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein konnte in der Finanzkrise nur durch Milliardenhilfen gerettet werden.
Bis zum 10. November 2011 durften sie auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz stehen bleiben - dann mussten sie einem Weihnachtsmarkt weichen.
Pizza gegen den Hunger: Ein Bote versorgt die Aktivisten mit Mittagessen. Ihnen schlägt offenbar viel Sympathie in der Hansestadt entgegen. Strom bekommen sie von einem angrenzenden Café, ein Bäcker versorgt die Campierer mit Brot.
Die Demonstranten fordern ein grundlegendes Umdenken in der Finanzwelt.
Die "Occupy"-Bewegung wehrt sich dagegen, von politischen Parteien eingenommen zu werden.
Das Wetter macht es den Camp-Teilnehmern nicht leicht, in den Zelten durchzuhalten.
Viele sind seit Mitte Oktober dabei - so wie Christine. Sie fordert das "Ende des Gegeneinander" auf der Welt.
Marcel betreut ein kleines Bistro für die Mitstreiter. Er berichtet, dass einige Passanten den Protest für "Schwachsinn" halten. Er sieht das natürlich anders.
"Kein geschlossener privater Club" - Die "Occupy"-Bewegung betont immer wieder, dass jeder im Kreis der Protestierenden willkommen ist.
"Empört euch!" Viele Hamburger hatten ihrem Ärger über die Milliardenhilfen für die Banken am 15. Oktober 2011 Luft gemacht. Zu der Kundgebung hatten unter anderem das
globalisierungskritische Netzwerk Attac, die Linke und die Piratenpartei aufgerufen.
Rund 2.000 Demonstranten protestierten auf dem Hamburger Rathausmarkt.
Vorbild für die hiesigen Proteste ist die "Occupy Wall Street"-Bewegung in New York. Die Hamburger Gruppe nennt sich entsprechend "Occupy Hamburg".
Nach dem Aufruf des kanadischen Magazins "Adbusters" versammeln sich Mitte September etwa 1.000 Menschen im New Yorker Zuccoti Park. Das Errichten von Zelten war zunächst polizeilich untersagt, später fiel das Verbot.
Ziel der Aktivisten ist die Finanzzentrale der Welt: die Wall Street. Angestellte schauen von ihren Bürofenstern aus auf die Protestierenden. Die Aktivisten prangern die soziale Ungerechtigkeit in den USA an. Schuld ist ihrer Meinung nach der zu starke Einfluss der reichsten Amerikaner auf die Politik.
Der Unmut über die Macht von Banken und Börsen sorgt dafür, dass sich die Proteste rasend schnell ausbreiten. Erst in den USA, dann auf weitere Kontinente.
Maskierte Demonstranten vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Unter dem Eindruck der aktuellen Schuldenkrise und im Angesicht von Milliarden-Rettungspaketen erhält die Bewegung auch in Deutschland rasch Zulauf.
Symbole des Widerstands vor der Londoner Börse: Die weißen Guy-Fawkes-Masken werden von Aktivisten auf der ganzen Welt getragen. Sie erinnern an den legendären britischen Putschisten aus dem 16. Jahrhundert. Bekannt wurde die Maske vor allem durch den Film "V wie Vendetta".
Ein weiteres Symbol sind die "99 %": Die Aktivisten sehen sich der 99 Prozent der Bevölkerung zugehörig, die nicht länger die Gier und Korruption von einem Prozent der Bevölkerung hinnehmen will.
Gewalt in Rom: In der italienischen Hauptstadt gehen mehr als 100.000 Menschen auf die Straße. Es kommt zu Ausschreitungen, die den Grundsätzen der "Occupy"-Bewegung widersprechen. Die "Occupy Wall Street"-Aktion hatte sich die friedlichen Aktionen des "Arabischen Frühlings" - vor allem die auf dem Tahrir-Platz in Kairo - als Vorbild genommen.
Friedlicher Protest in Frankfurt: Die Aktivisten kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Bisher hat die Bewegung keine echten Führungsfiguren hervorgebracht - und das ist laut vieler Demonstranten auch gut so. Die Dezentralisierung sei Absicht. Eine zentrale Rolle in der Organisation ist die Absprache von Aktionen über das Internet.