Verkehrsmeldungen aus Hamburg
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Autofreier Sonntag im Juni 2010: Freie Bahn für Radler auf der Köhlbrandbrücke.
In Hamburg wird offenbar der autofreie Sonntag abgeschafft. Ein für den 19. Juni erneut geplanter Aktionstag wird nicht stattfinden. Die Veranstaltungen seien bei den Autofahrern in der Vergangenheit nicht auf die erhoffte Resonanz gestoßen, erklärte Volker Dumann, Sprecher der Umweltbehörde. Es sei kaum weniger Autoverkehr auf den Straßen als an anderen Tagen. Deshalb sei auch das Ziel - ein erheblich geringerer CO2-Ausstoß - nicht erreicht worden.
Ausschlaggebend sind aber wohl vor allem die Kosten. 375.000 Euro seien einfach zu teuer, sagte SPD-Umweltexpertin Monika Schaal. "Es ist bekannt, dass die Stadt sparen muss", sagte Dumann. Da der Aktionstag nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe, sei eine Fortführung nicht vertretbar. Es werde aber am Konzept einer Nachfolgeveranstaltung gearbeitet, damit Hamburg dem Titel Umwelthauptstadt gerecht werde. "Die Idee ist da - und das andere wird billiger werden." Einzelheiten sollen jedoch erst in einigen Wochen bekannt werden.
Der CDU-Verkehrsexperte Klaus-Peter Hesse kritisierte im "Hamburger Abendblatt": "Diese Entscheidung ist ein Offenbarungseid für die Europäische Umwelthauptstadt 2011." GAL-Fraktionschef Jens Kerstan forderte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) auf, den Titel zurückzugeben.
Alexander Porschke, Vorsitzender des Naturschutzbundes Nabu in Hamburg, kann die Abschaffung ebenfalls nicht verstehen: "Nach dem Aus für die Stadtbahn wird das zum Kahlschlag in der Umweltpolitik", sagte Porschke zu NDR 90,3. Der autofreie Sonntag mit einer Fahrradsternfahrt sei eine der beiden Hauptaktionen zur Umwelthauptstadt gewesen. Der Nabu halte aber an der Sternfahrt fest.
Seit 2008 gab es in der Hansestadt insgesamt sieben autofreie Sonntage. An diesen Aktionstagen konnten Busse und Bahnen innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) kostenfrei genutzt werden. Vor einem Jahr bezeichnete die damalige Senatskanzlei den autofreien Sonntag noch als Riesenerfolg. 70.000 Hamburger hätten daran teilgenommen und Busse und Bahnen dank kostenloser Fahrten 50 Prozent mehr Fahrgäste gezählt.