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Zwei Drittel aller Deutschen sind Mitglied in einer christlichen Kirche. Die meisten gehören der katholischen Konfession an, nämlich 24,7 Millionen. Etwas weniger sind evangelisch: 23,9 Millionen. Neben Mitglieder dieser großen Institutionen gibt es noch 1,3 Millionen orthodoxe Christen und 330.000 Mitglieder evangelischer Freikirchen.
Allgemein erleben die christlichen Kirchen in Deutschland seit 1950 einen steten Rückgang ihrer Mitgliederzahlen. Waren damals noch 98 Prozent der Menschen in der Kirche, sind es heute noch 70 Prozent in den alten und nur noch 25 Prozent in den neuen Bundesländern.
In Norddeutschland dominiert die evangelische Konfession. Am deutlichsten zeigt sich das in Schleswig-Holstein: Dort lebt der höchste Anteil an Protestanten (53 Prozent). Demgegenüber sind Katholiken (sechs Prozent) und Muslime (drei Prozent) hoch im Norden deutlich in der Minderheit.
Nur in Mecklenburg-Vorpommern lebt ein geringerer Anteil an Katholiken (drei Prozent). Die Protestanten (18 Prozent) machen dort nur knapp einen Fünftel aus. Die Mehrheit der Mecklenburger gehört keiner Konfession an. Diese Zahlen decken sich mit denen anderer neuer Bundesländer. Zu DDR-Zeiten führte politischer Druck zu Kirchenaustritten. Nicht Mitglied in der Kirche zu sein, bedeutete also nicht zwangsläufig nicht gläubig zu sein.
Mehr als die Hälfte der Hamburger ist an keine Kirche gebunden (52 Prozent) - typisch für Großstädte, in die viele junge Menschen ziehen. Protestanten machen hier ein knappes Drittel (30 Prozent) aus, es folgen Katholiken (zehn Prozent) und Muslime (acht Prozent).
Das "gläubigste" Bundesland im Norden ist Niedersachsen. 70 Prozent der Menschen sind Mitglied einer Kirche: Auf die Protestanten (50 Prozent) folgen Katholiken (18 Prozent) und Muslime (drei Prozent).
Der Norden ist also weitestgehend evangelisch geprägt, in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern überwiegen die Konfessionslosen. Natürlich ist Glaube eine sehr persönliche Angelegenheit, die statistisch schwierig zu erfassen ist. Man kann Mitglied in der Kirche sein, ohne gläubig zu sein, andersherum steht es jedem frei, zu glauben, ohne sich einer Glaubensgemeinschaft anzuschließen.
Quellen: