GEMA-Gebühr ist häufiger fällig, als man denkt
Wer Musik öffentlich abspielt, muss dafür Lizenz-Gebühren an die Musikrechte-Gesellschaft GEMA zahlen. Was heißt öffentlich und was bedeutet das für Privatpersonen? mehr
Viele Diskothek- und Musikclub-Betreiber sehen in den Gema-Plänen eine Gefahr für Arbeitsplätze.
Deutsche Live-Musik-Clubs haben erstmals einen eigenen Interessenverband: Die in Hamburg ansässige "LiveMusikKommission" (kurz: LiveKomm) will zunächst gegen die Tarifreform der Verwertungsgesellschaft Gema kämpfen. "Wir fordern die Gema auf, sich mit den Tarifen an realistischen betriebswirtschaftlichen Zahlen von Kulturbetrieben wie Live-Clubs zu orientieren", sagte Sprecher Olaf Möller am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zur Gründung des Verbands.
Die LiveKomm vertritt nach eigenen Angaben 288 Clubs in Deutschland. Die geplante Tarifreform sieht vor, die Veranstalter künftig einheitlich pauschal nach Raumgröße und Eintrittspreis zur Kasse zu bitten. Disco- und Clubbetreiber müssen dann deutlich mehr zahlen.
Vorsitzender der LiveKomm ist Karsten Schölermann, der in Hamburg den Club "Knust" betreibt. "Die Gründung einer nationalen Interessenvertretung der Live-Spielstätten in Deutschland war überfällig", sagte er am Mittwoch. Die Clubkultur habe in Deutschland eine "gesellschaftliche Dimension", die durch die Pläne der Gema zerstört werden könne. Viele der Clubs, die die LiveKomm vertritt, sind in Hamburg und Berlin ansässig.
Nach Angaben der LiveKomm will die Gema, dass Clubbetreiber für jede Veranstaltung pauschal soviel Gebühren zahlen, als ob sie ausverkauft wäre. "Das ist fast niemals der Fall. Das Knust ist durchschnittlich zu 50 Prozent ausgelastet", sagte Schölermann.
Die LiveKomm hat ihren Hauptsitz nahe der Reeperbahn in Hamburg. Die Stadt stellt Büroräume kostenlos zur Verfügung. Hamburg sei stolz, dass ein bundesweit agierender Musikverband hier ansässig ist, sagte Nikolas Hill, Staatsrat der Kulturbehörde. Vertreter der LiveKomm wollen im Dezember mit der Gema verhandeln. Nach den bisherigen Plänen, müssen Clubbetreiber ab April 2013 die neuen Tarife zahlen.
Experten zufolge können die Kosten für Clubbetreiber um bis zu 2.000 Prozent steigen. Nach Berechnung der Initiative gemastoppen.de und des Deutschen Hotel und Gaststättenverbands müssten einige Gastronomen statt 20.000 Euro Gema-Gebühr pro Jahr künftig 200.000 Euro zahlen. Andere kämen mit "nur" 30.000 statt 7.000 Euro etwas glimpflicher davon. Das würde ihrer Ansicht nach zahlreiche Lokale und Arbeitsplätze gefährden.
Die Gema verteidigte zuletzt ihre geplante Gebühren-Erhöhung. Club- und Diskotheken-Betreiber hätten in der Vergangenheit zu wenig bezahlt - deshalb sei eine Tariferhöhung gerecht und angemessen, sagte der Direktor des Gema-Bezirks Berlin im September. Die Urheber und Komponisten von Musikstücken müssten künftig stärker am Erfolg ihrer Werke partizipieren. Gleichzeitig zeigte sich die Gesellschaft verhandlungsbereit. "Das Letzte, was wir wollen, ist, dass ein Club wegen der Reform schließen muss", sagte der Direktor.
Stadtteilkünstler
Es ist doch gut, wenn sich alle zusammen schließen, um da gegen vor zu gehen, das die GEMA meint, das sie alles bestimmen dürfen, wer lebt, oder stirbt !! Es heißt ja:"Wer sich nicht wehrt, der hat... [mehr]
Mir kommen die Tränen....
...bislang sind die Betreiber von Clubs und Discos recht ungeschoren weg gekommen und gehen davon aus das dies auf immer so bleiben würde. Es dürfen auch ruhig mal die Komponisten und Produzenten an... [mehr]