Schlüsselübergabe am Lübecker Flughafen
Seit Mittwoch gehört der Flughafen Lübeck-Blankensee offiziell Mohamad Radyamar. (02.01.2013) mehr
Großer Flughafen, kleiner Flieger - auf dem Flughafen Neubrandenburg ist es meist still.
Gewellte Fotos erinnern an der Wand vor dem Büro der Flugschule an bessere Zeiten. Vor zehn Jahren startete von Neubrandenburg aus mal eine Boeing 737 nach Antalya. Bald fliegt nicht mal mehr die Bundeswehr. Sie hat im Januar ihre Flüge von Neubrandenburg nach Afghanistan eingestellt und will den Flughafen 2014 ganz verlassen. Heute startet hier nur noch die Flugschule regelmäßig. "Fliegerei lebt", sagt Manfred Bärens, Chef der Flugschule am Flughafen Neubrandenburg. "Schon immer, seit 100 Jahren machen wir Motorflug." Otto Lilienthal machte hier in Vorpommern seine ersten Flugversuche. "Das ist die Region, wo quasi in Deutschland der Motorflug geboren wurde. Er lebte von Anfang an von viel Idealismus."
Manfred Bärens will jungen Menschen weiter den Traum vom Fliegen erfüllen.
Heute lebt der Flughafen vor allem von staatlichen Zuschüssen: Gesellschafter sind die Stadt Neubrandenburg, der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, die Neubrandenburger Verkehrsbetriebe und die Gemeinde Trollenhagen. Sie stecken schon heute jedes Jahr rund 250.000 Euro in den verlustreichen Flugplatz. Und wenn die Bundeswehr ihre Flieger abzieht, wird der Betrieb noch teurer. Laut einem internen Gutachten, das dem NDR vorliegt, müssten die jährlichen Zuschüsse auf bis zu eine Million Euro steigen. Für den Weiterbetrieb wären zudem Investitionskosten zwischen 8 und 25 Millionen Euro nötig.
"Die Entwicklung in Neubrandenburg hat gezeigt, dass dort eigentlich keine Zukunft zu sehen ist, was den Luftverkehr betrifft", sagt Tobias Behnen vom Geographischen Institut der Universität Göttingen. Seit 20 Jahren forscht er zu Regionalflughäfen. Die Gesellschafter wollen den Flughafen jedoch weiter betreiben. "Wenn wir ihn nicht mehr hätten, könnte es schlechter werden für die Vermarktung dieses Gewerbestandortes", sagt Landrat Heiko Kärger (CDU). Ein Grund, der in vielen Regionen Norddeutschlands dazu führte, Millionen zu investieren. An den wenigsten Standorten hat dies jedoch funktioniert. Die Linienflieger kamen nur zur Stippvisite wie in Kiel, Lübeck oder Parchim fuhren Millionen Euro Verluste ein, bevor die Kommunen die Reißleine gezogen und sie verkauft haben.
Der Landesrechnungshof Mecklenburg-Vorpommern ist in seinem Urteil eindeutig. Er sieht in seinem aktuellsten Bericht zum Luftverkehr von 2010 "keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung der regionalen Flughäfen" im Land. Hinzu kommt, dass allein der Hauptgesellschafter, die Stadt Neubrandenburg, bereits Schulden von gut 90 Millionen Euro hat. Roman Oppermann (SPD), Oppositionsführer im Stadtrat, will deshalb die Beteiligung überprüfen lassen. "Die Stadt hat eigentlich kein Geld für freiwillige Leistungen. Wir müssen unseren Bürgern Nutzen stiften, nicht nur der Wirtschaft für ein, zwei Flieger die Woche." Landrat Kärger und die Stadt bleiben dabei: Der Flughafen sei wichtig für die jetzt schon schwache Infrastruktur in der Region.
Im Umkreis von 100 Kilometern um Neubrandenburg liegen noch vier weitere Regionalflughäfen: Heringsdorf im Osten, Parchim im Westen, Rostock-Laage im Nordwesten und Stralsund-Barth im Norden. Zusammen flogen sie im Jahr 2011 Fehlbeträge von rund 3,6 Millionen Euro ein. "Mecklenburg-Vorpommern braucht nicht so viele Flughäfen", sagt Experte Behnen. Die Kommunalpolitiker in Norddeutschland seien in den 90er-Jahren geblendet gewesen von der Aussicht, fliegerisch an die Welt angebunden zu sein. Damals wurden viele Militärflughäfen überflüssig. Regionalpolitiker hofften auf Linienflüge aus der Provinz.
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