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Gurkenfund stiftet Verwirrung

Das Notaufnahme-Schild eines Krankenhauses  Fotograf: Jürgen Effner Detailansicht des Bildes Mehrere Hundert Menschen in Norddeutschland haben sich mit EHEC infiziert. Verwirrung um möglicherweise mit dem EHEC-Erreger belastete Gurken aus den Niederlanden: Am Freitag teilte die Hamburger Gesundheitsbehörde mit, dass die vierte in der Hansestadt entdeckte Salatgurke mit EHEC-Keimen vermutlich aus den Niederlanden kam. Von dort wurde der Verdacht zurückgewiesen.

 

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Händedesinfektion. © Fotolia.com Fotograf: contrastwerkstatt
 
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Rohes Fleisch und Gemüse getrennt lagern, Hände desinfizieren - die wichtigsten Tipps, wie Sie am besten eine EHEC-Ansteckung vermeiden können.

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"Wir haben bislang keinerlei derartige Erkenntnisse", sagte Marian Bestelink, die Sprecherin der zuständigen niederländischen Behörde für Warenprüfung. Bestelink vermutete, die Berichte über EHEC-verseuchte Gurken aus Holland beruhten auf einem Missverständnis. Auf Veranlassung der Behörde gingen in den Niederlanden stichprobenartige Prüfungen von Gemüse sowie die gezielte Suche nach möglicherweise betroffenen Gurken aus Spanien weiter. "Sollten wir dabei fündig werden, würden wir natürlich sofort darüber informieren und die Waren umgehend vom Markt nehmen."

Wofür stehen EHEC und HUS?

EHEC ist die Abkürzung für eine besondere Form von Darm- beziehungsweise Kolibakterien: Enterohämorrhagische Escherichia coli. Im Unterschied zu anderen E. coli-Bakterien produzieren sie Giftstoffe, die schwere Krankheiten auslösen können. In etwa einem Fünftel der Fälle entwickeln sich blutige Durchfälle. Eine Infektion mit EHEC kann auch zu Funktionsstörungen der Nieren führen, die insbesondere für Kinder lebensbedrohlich sein können. EHEC ist zudem die häufigste Ursache für HUS - das Hämolytisch-Urämische Syndrom, bei dem die Nieren versagen und ein Verlust roter Blutplättchen eintritt. HUS kann weitere Organe schädigen und etwa eine gefährliche Schwellung des Gehirns auslösen. Die Inkubationszeit bei einer EHEC-Infektion - also die Zeit von der Infizierung bis zum möglichen Ausbruch der Krankheit - kann zwei bis zehn Tage dauern.

Gurken in Spanien sichergestellt

Das Gesundheitsministerium im spanischen Andalusien dementierte unterdessen Berichte der EU-Kommission, wonach zwei Agrarbetriebe in Südspanien wegen EHEC-Verdachts geschlossen worden seien. Dort seien lediglich abgeerntete Gurken sichergestellt worden, die möglicherweise mit den in Deutschland auftretenden Infektionen in Verbindung stehen könnten.

Bakterienstämme noch nicht genau zugeordnet

Eine Wissenschaftlerin betrachtet einen Krankheitserreger durch ein Mikroskop. © dpa Fotograf: Stefan Hesse Detailansicht des Bildes Forscher sind der Herkunft des EHEC-Erregers auf der Spur. Am Donnerstag hatte das Hamburger Hygiene-Institut drei Salatgurken aus Spanien als Träger des gefährlichen EHEC-Erregers identifiziert. Nach wie vor sei allerdings unklar, ob die Bakterienstämme von den Gurken und den Erkrankten übereinstimmten, sagte ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde. Dies werde vermutlich erst in der kommenden Woche geklärt werden können. Auch ist noch unklar, wie und wo der EHEC-Erreger auf das Gemüse gelangte.

Kommentare aus dem NDR.de Forum

  • "Landwirtin" vertritt die Ansicht:
    Ich finde es unerhört wie man so über die Landwirtschaft herziehen kann, wir haben heutzutage so strenge Kontrollen und die Leute fordern noch mehr, es gibt heutzutage nicht ein Produkt mehr auf dem Markt, wo man nicht alles nachvollziehen kann, wo es herkommt und wie es behandelt wurde. Hier geht's zum Forum

  • "Gast196" meint:
    Gurken aus Spanien? Das wirft bei mir einige Fragen auf. Sind aus Spanien mittlerweile auch Krankheitsfälle gemeldet? Wenn die Gurken von dort kommen, sollten vor Ort die Menschen doch erkrankt sein? Hier geht's zum Forum

  • "Wegwerfer" schreibt:
    Man sollte dieses ganze Bauernpack verklagen! Wegen Körperverletzung und wegen Betrug. Wenn jetzt sogar Biogemüse ungenießbar ist!! Ich hab gerade einen ganzen Kühlschrankinhalt mit Biogemüse weggefeuert. Heute Abend gibts Pommes für die Kinder. Hier geht's zum Forum

  • "Frau 79" bemerkt:
    Natürlich wird Gemüse nicht mit Gülle gedüngt, aber die Raps- und Kornfelder sowie Wiesen und Grünland werden mit zigtausenden Litern überschwemmt. Ich denke, dass viele Bestandteile der Gülle ins Grundwasser und in Bäche gelangen und aus diesen Bächen und Brunnen werden die Gemüsefelder beregnet. Wundert sich jetzt noch jemand? Hier geht's zum Forum

  • "Nose" kommentiert:
    Die Menschheit ist doch selber schuld an dem was immer wieder passiert. Hat man Husten geht man zum Arzt, der gibt einem ein tolles Medikament und in zwei Tagen geht es einem wieder gut. Wenn man nicht wegen jedem Mist immer gleich Chemie zu sich nimmt, dann baut der Körper von ganz allein ein starkes Abwehrsystem auf. Hier geht's zum Forum

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Senatorin: Umgestürzte Palette nicht Ursache der EHEC-Welle

Einer der betroffenen spanischen Gurken-Hersteller hatte behauptet, dass seine Produkte wohl erst durch das Umstürzen einer Palette auf dem Hamburger Großmarkt oder dem Weg dorthin verunreinigt wurden. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) glaubt nicht daran: "Dass die belasteten Gurken von einer einzigen Palette stammten, die durch ein Umkippen verseucht wurde, können wir aufgrund der Probenentnahme an unterschiedlichen Stellen ausschließen." Außerdem könne Ware von einer einzigen Palette unmöglich zu EHEC-Primär-Infektionen mit diesem Ausmaß führen.

Großmarktchef: "Wir treiben hier keine Kuhherden durch"

Salatbar in einem Supermarkt © dpa-Bildfunk Fotograf: Christian Charisius Detailansicht des Bildes Experten raten derzeit davon ab, rohen Salat und Gemüse zu essen. Ähnlich wie die Senatorin sieht es der Vorstandschef der Verwaltungsgenossenschaft des Großmarktes, Hans Joachim Conrad. Der Großmarkt sei lediglich ein Verteillager. "Wir treiben hier keine Kuhherden durch die Hallen." Generell sei die Gefahr der Kontamination von Lebensmitteln dann am größten, wenn viele Verbraucher damit in Kontakt kommen. Das sei vor allem in den Läden der Fall, so Conrad.

Kontrollen bei Landwirten mit Verbindungen zum Hamburger Großmarkt

In Niedersachsen untersuchen die Behörden dennoch, welche der 470 Gemüsebauern aus dem Bundesland am Hamburger Großmarkt aktiv sind und wo Produkte mit verunreinigten Lebensmitteln in Berührung gekommen sein könnten. NDR 1 Niedersachen berichtete, dass alle Betriebe kontrolliert werden sollten, die den Großmarkt beliefern oder von dort Ware erhalten. Bei den bisherigen Kontrollen wurden nach Angaben des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg keine EHEC-Erreger nachgewiesen. Auch in Schleswig-Holstein werden die Verbindungen von landwirtschaftlichen Betrieben zum Hamburger Großmarkt überprüft, wie die NDR 1 Welle Nord berichtete. Bisher wurden keine EHEC-Keime gefunden.

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Kommentar
Salatgurken aus den Niederlanden auf dem Wochenmarkt. © N-JOY Fotograf: Nadine Gries
 

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Bildmontage: EHEC Bakterien vor einem Krankenhausflur. © mecom ddp, picture alliance Fotograf: Christian Charisius, Hans R. Gelderblom
 

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