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Ein Paragraphenzeichen unter einem weissen Puzzle. © fotolia Fotograf: N-Media
 
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Der aktuelle Entwurf des Endlagersuchgesetzes

Das Gesetz zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager.

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Castor-Frage bleibt vorerst offen

Die Bundesländer haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, um das Gesetz für eine bundesweite Atommüll-Endlagersuche noch vor der Bundestagswahl verabschieden zu können. Demnach sollen die Zwischenlager, in denen die noch ausstehenden 26 Castor-Behälter gelagert werden, erst bis Anfang 2014 bestimmt werden. Offen bleibt damit ein notwendiges drittes Zwischenlager. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte zuvor neben Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) und Philippsburg (Baden-Württemberg) als weitere mögliche Zwischenlager Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Unterweser (Niedersachsen) vorgeschlagen.

Zwischenlagersuche verschoben

Hallo Niedersachsen - 13.06.2013 19:30 Uhr

Die Ministerpräsidenten der Länder vereinbarten mit der Kanzlerin, dass die Standorte für die Castor-Zwischenlagerung erst bis Anfang 2014 bestimmt werden sollen.

Ministerpräsident Albig zufrieden

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) begrüßte die Entscheidung: "Das ist ein entscheidender Schritt in der Debatte nach vorne", sagte Albig. Zuvor hatte Schleswig-Holstein klar gestellt, über Brunsbüttel hinaus, wo zehn bis 14 Castoren hin könnten, keine weiteren Lasten tragen zu wollen. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) forderte: "Es muss eine faire Lastenteilung geben. Insofern ist der Vorstoß von Altmaier, wenn er Brokdorf plus Brunsbüttel meint, keine Lösung, sondern eine Provokation."

Castoren aus Großbritannien und Frankreich

Altmaier muss noch 26 deutsche Castorbehälter, die aus den Wiederaufbereitungsanlagen in England und Frankreich zurückkommen, irgendwo unterbringen. Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg würden insgesamt 19 Castoren aufnehmen. Auch das Zwischenlager Lubmin war bereits im Gespräch.

Niedersachsens Landesregierung ist "verwundert bis befremdet"

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) hatte vor dem Treffen der Ministerpräsidenten am Donnerstag in Berlin Atommüll-Transporte in sein Land ausgeschlossen. "Unterweser kommt nicht in Frage, Gorleben erst recht nicht", sagte Weil "Spiegel Online".

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Im Streit um die Zwischenlagerung von 26 Castor-Behältern haben die Bundesländer einen Kompromiss gefunden: Die Standorte sollen erst bis 2014 bestimmt werden. Mehr bei tagesschau.de

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"Wir bleiben bei unserer Linie", sagte Niedersachsens Regierungssprecherin Anke Pörksen. Die Landesregierung sei "verwundert bis befremdet", dass Altmaier Unterweser ins Gespräch gebracht habe und damit argumentiere, dass der Transport der Castoren dorthin relativ einfach sei. Transportwege hätten in früheren Zeiten auch keine Rolle gespielt, sagte Pörksen.

Weil glaubt an Lösung

Weil sagte "Spiegel Online", dass sich die schwarz-gelb regierten Länder bewegen müssten. "Der Süden Deutschlands hat in den vergangenen Jahrzehnten weit überproportional von der Kernkraft profitiert." Diese könnten nun nicht so tun, als gehe sie die Diskussion nichts an.

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Transportbehaelter mit hoch radioaktiven Abfaellen (hinten) und Abdeckhauben fuer den Strassentransport (vorne, r.). © dapd Fotograf: Nigel Treblin
 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 13.06.2013 | 14:45 Uhr

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Blick auf den Eingang zum Zwischenlager Lubmin Nord. © dpa - Bildfunk Fotograf: Stefan Sauer
 

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