Kohle kontra Klimaschutz
In Norddeutschland setzen einige Städte und Kommunen auf neue Kohlekraftwerke. Diese sind jedoch klimapolitisch umstritten. NDR.de gibt einen Überblick zum Stand der Diskussion. mehr
In Dörpen wird voraussichtlich kein neues Kohlekraftwerk entstehen. (Archivfoto)
Weil der Investor abgesprungen ist, steht das umstrittene Kohlekraftwerksprojekt im emsländischen Dörpen vor dem Aus. Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW teilte am Mittwoch mit, die Projektarbeiten nicht mehr fortsetzen zu wollen. Weil der am Ort ansässige Papierhersteller UPM Nordland bekannt gegeben hatte, keine Wärme von dem Kohlekraftwerk zu beziehen, sondern ein eigenes Gaskraftwerk bauen zu wollen, gebe es für ein Steinkohlekraftwerk in Dörpen keine Basis mehr.
Für die Bürgerinitiative "Saubere Energie" sagte Vorsitzende Inge Stemmer, die Nachricht sei "ganz hervorragend". Man müsse nun achtgeben, dass nicht ein anderer Investor einspringe. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück-Emsland, Marco Graf, zeigte sich dagegen am Mittwochabend enttäuscht. "Die Entscheidung von EnBW gegen den Bau eines Steinkohlekraftwerks am Standort Dörpen ist sowohl energiepolitisch als auch regionalwirtschaftlich bedauerlich."
Auch Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) bedauerte die Entscheidung des Investors. "Fest steht aber auch: Niedersachsen ist und bleibt Energieland Nummer eins. Und zu einem Energiemix gehören auch hocheffiziente Kohlekraftwerke", sagte Sander.
Das Kraftwerksvorhaben war in der Region heftig umstritten. Bereits bei den Vorbereitungen für den Bau hatte es Verzögerungen gegeben. Gegen den im Sommer ausgelegten Bebauungsplan wurden mehr als 8.000 Einwendungen erhoben. Auch Umweltverbände kritisierten das Kraftwerksvorhaben und drohten mit Klagen.