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Elbphilharmonie: Wegener sieht sich als "Sündenbock"

Die Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg. © dpa Fotograf: Maurizio Gambarini Detailansicht des Bildes Die Elbphilharmonie wird wohl erst Anfang 2013 eröffnet. (Archivfoto) Mit der Befragung des ehemaligen Chefs der städtischen Realisierungsgesellschaft (ReGe), Hartmut Wegener, hat am Donnerstag die Zeugenvernehmung im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft zur Elbphilharmonie begonnen. Wegener bestritt, den Bau der Elbphilharmonie verzögert zu haben. Er wies insbesondere die Vorwürfe der ehemaligen Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) sowie ihres Nachfolgers und ehemaligen Staatsrats Reinhard Stuth (CDU) entschieden zurück. Stattdessen beschuldigte er beide Politiker, die Bürgerschaft falsch informiert zu haben. Der Ausschussvorsitzende Peter Tschentscher (SPD) sagte im Anschluss, dass dies schwerwiegende Vorwürfe seien, die vom Untersuchungsausschuss beleuchtet werden müssten.

Wegener dementierte die Darstellung der Kulturpolitiker, durch zu harte Verhandlungen mit den Bau- und Planungsfirmen einen Baustillstand herbeigeführt zu haben. Er fühle sich zu Unrecht zum "Sündenbock" abgestempelt. Auch Kritik, dass mit fünf ReGe-Mitarbeitern zu wenig Personal bereitgestanden habe, um das Projekt voranzutreiben, verneinte er. Darüber hinaus habe er die Aufsichtsgremien stets ausreichend informiert.

"Wunderbare Planung" mit "riesigen Ausführungsproblemen"

Der heute 64-Jährige war vor knapp zwei Jahren als Chef der ReGe zurückgetreten und durch Heribert Leutner ersetzt worden. Viele nannten den ehemaligen ReGe-Chef nur "Mister Elbphilharmonie". Als sich allerdings die Kostenexplosion bei dem Projekt abzeichnete, wurde er zum Buhmann. Am Donnerstag äußerte er sich erstmals seit fast zwei Jahren öffentlich zu den Vorgängen. Schuld an der extremen Kostenexplosion und der langen Bauverzögerung haben für den Ex-Manager die Architekten von Herzog & de Meuron, die sich nicht an Terminabsprachen gehalten hätten. Auch der Baukonzern Hochtief habe den Prozess mit immer neuen Geldforderungen ins Stocken gebracht.

Wegner räumte aber auch eigene Fehler ein. So habe er zu spät gemerkt, dass die Architekten und Hochtief nicht an einem schnellen Baufortschritt interessiert waren. Die Architekten hätten eine "wunderbare Planung" mit allerdings "riesigen Ausführungsproblemen" gehabt. Und Hochtief habe an dem Bauverzug verdienen wollen. Die Planung sei von "erheblichen Abstimmungs- und Steuerungsproblemen" begleitet worden.

"Ich habe damals sicherlich zu optimistische Aussagen gemacht, die ich heute nicht mehr machen würde", betonte Wegener. Tschentscher sagte nach dem 45-minütigen Votrag des Ex-ReGe-Chefs: "Seine Aussagen wirkten differenziert und selbstkritisch auf mich."

Ausschuss soll Fehlplanung und Kostenexplosion klären

Wann die geplanten Vernehmungen von Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust, Ex-Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (beide CDU) und Ex-Kultursenatorin von Welck erfolgen, ist nach Angaben eines Bürgerschaftssprechers noch unklar. Der Zeitplan ergebe sich aus dem fortschreitenden Kenntnisstand der Ausschussmitglieder.

Das Anfang Mai von der Bürgerschaft eingesetzte Gremium soll die Ursachen und Hintergründe der Kostenexplosion beim Bau der prestigeträchtigen Elbphilharmonie untersuchen. Zudem soll die politische Verantwortung für die Fehlentwicklung des Projekts geklärt werden. Die Elbphilharmonie ist seit Jahren Streitobjekt in Hamburg. Die Bürgerschaft bewilligte bisher 323,5 Millionen Euro für das Vorhaben. Ursprünglich waren 77 Millionen Euro veranschlagt worden. Auch der Eröffnungstermin hat sich immer wieder verschoben. Zuletzt hieß es, das Konzerthaus in der Hafencity solle Anfang 2013 öffnen.

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Ein computergeneriertes Bild zeigt eine Außenansicht der geplanten Elbphilharmonie in Hamburg © ddp/ Herzog & de Meuron Fotograf: Herzog & de Meuron
 

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