Die Baustelle der Elbphilharmonie
Langsam entsteht das neue Wahrzeichen Hamburgs - einige Details sind schon zu erkennen. Ein Rundgang durch den Rohbau. mehr
Hintergrund
Die Grundsteinlegung im April 2007.
Die Planungen für die Elbphilharmonie in der Hamburger Hafencity reichen zurück bis ins Jahr 2001. Damals präsentierte der Investor und Architekt Alexander Gérard vor dem Hamburger Senat seine Idee einer Konzerthalle auf dem Kaispeicher A. Nach einem ersten Entwurf durch die Architekten Herzog & de Meuron im Jahr 2003 nimmt das Projekt Gestalt an, eine Machbarkeitsstudie zwei Jahre später macht endgültig den Weg frei für die Elbphilharmonie.
2. Februar 2012: Ex-Bürgermeister Beust sagt vor Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Elbphilharmonie aus. Er übernimmt politische Verantwortung und sagt, er würde wieder so entscheiden
24. Januar 2012: Hochtief geht gerichtlich gegen eine Forderung der Stadt vor. Für die Bauzeitverlängerung soll die Elbphilharmonie-Objektgesellschaft Adamanta, an der Hochtief beteiligt ist, Hamburg eine Vertragsstrafe über 40 Millionen Euro zahlen.
27. Dezember 2011: Hochtief verschiebt den Übergabetermin von April 2014 auf November 2014.
18. November 2011: Prozessbeginn vor dem Hamburger Landgericht: Die Stadt will juristisch prüfen lassen, wer für die massive Bauzeitverzögerung verantwortlich ist. Die Stadt und der Baukonzern Hochtief einigen sich jedoch darauf, außergerichtlich eine Lösung zu finden.
4. November 2011: Weitgehend Stillstand auf der Baustelle: Hochtief stellt die Arbeiten am Dach wegen Sicherheitsbedenken ein.
26. Juli 2011: Der Baukonzern Hochtief kündigt der Stadt abermals eine Verzögerung bei der Fertigstellung an. Neuer Termin soll nun der 15. April 2014 sein.
17. März 2011: Der Baukonzern Hochtief legt einen neuen Zeitplan vor. Demnach wird das gesamte Gebäude erst Ende November 2013 fertiggestellt sein - zehn Monate später als zuletzt geplant.
21. Januar 2011: Der Parlamentarische Untersuchungsauschuss legt seinen Zwischenbericht vor. Darin heißt es, dass sich die tatsächlichen Kosten für den Haushalt auf 351,3 Millionen Euro belaufen. Der Senat wird für seine Informationspolitik kritisiert.
19. November 2010: Die außergerichtliche Einigung zwischen ReGe und Hochtief scheitert. Nach der Klage der Realisierungsgesellschaft haben damit die Richter am Landgericht Hamburg das Wort. Es geht um einen detaillierten Terminplan für die noch ausstehenden Bauarbeiten.
28. Mai 2010: Das Richtfest der Elbphilharmonie wird gefeiert. Neben Lobreden gibt es am Rande der Zeremonie auch Proteste.
5. Mai 2010: Die Hamburgische Bürgerschaft setzt einstimmig einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss ein, um die Ursachen der Kostensteigerungen herauszufinden.
7. April 2010: Die Stadt reicht Klage gegen Hochtief beim Amtsgericht Hamburg ein. Ziel ist ein neuer, verbindlicher Terminplan.
20. März 2010: Der Generalintendant der Hamburger Elbphilharmonie Christoph Lieben-Seutter kündigt in Schreiben an Künstler an, dass das Konzerthaus möglicherweise doch später eröffnet wird als geplant.
22. Januar 2010: Das Architektenbüro Herzog und de Meuron weist den Vorwurf von Hochtief zurück, dass die Schweizer schuld seien am Verzug. "Wir haben unsere Planungsbeiträge vertragsgemäß geleistet", lassen die Architekten mitteilen.
21. Januar 2010: Angesichts der Berichte über mögliche weitere Nachforderungen der Baufirma und eine eventuelle weitere Bauverzögerung bis 2013 sprechen Hamburger Politiker von Erpressung. Auch die CDU-Fraktion droht dem Konzern Hochtief mit "Konsequenzen", ohne diese aber näher auszuführen.
18. Januar 2010: Es geht mal wieder um Geld. Der Senat prüft offenbar weitere Nachforderungen der beteiligten Firmen, unter anderem der Baufirma und des Architekturbüros. Es soll insgesamt um 35 Millionen Euro gehen. Kurz darauf kündigt Hochtief an, dass der Bau der Elbphilharmonie möglicherweise länger dauere als geplant.
16. Dezember 2009: Die erste von 1.100 Glasscheiben wird in die Fassade der Elbphilharmonie eingesetzt. "Das ist ein großer Moment, auf den wir lange gewartet haben", sagt der Geschäftsführer der Realisierungsgesellschaft, Leutner.
11. September 2009: Einem Zeitungsbericht zufolge soll das Konzerthaus noch einmal zehn Millionen Euro teurer werden als geplant. Kultursenatorin von Welck weist den Bericht zurück.
26. November 2008: Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) teilt mit, dass eine neue Einigung zu Kosten und Terminplan des Projekts unterzeichnet worden ist. Die Kosten für den Steuerzahler verdreifachen sich demnach auf 323 Millionen Euro. Fertig soll der Bau spätestens Ende November 2011 sein, Eröffnung wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 gefeiert.
1. November 2008: Heribert Leutner tritt die Nachfolge von Hartmut Wegener als Projektkoordinator bei der Realisierungsgesellschaft an.
2. Oktober 2008: Kultursenatorin von Welck eröffnet das Informationszentrum zur Elbphilharmonie. Im Pavillon auf den Magellan-Terrassen in der Hafen-City gibt es Wissenswertes zur Architektur und zum Bau sowie ein 1:10-Modell des Konzerthauses zu sehen.
17. September 2008: Der Chef der städtischen Realisierungsgesellschaft ReGe, Hartmut Wegener, muss auf Drängen von Bürgermeister Ole von Beust (CDU) seinen Hut nehmen.
3. September 2008: Medien berichten, dass sich die Baukosten um weitere 100 Millionen Euro auf dann rund 340 Millionen Euro erhöhen könnten. Die Stadt bestätigt diese Zahlen nicht.
27. Juni 2008: Kultursenatorin Karin von Welck deutet an, dass auf die Stadt Hamburg Mehrkosten zukommen. Der Risikotopf in Höhe von 10 Millionen Euro reiche nicht aus.
10. Juni 2008: Die Kultursenatorin gibt bekannt, dass sich die Eröffnung des Konzerthauses um ein Jahr verzögern wird. Neuer Termin: Herbst 2011.
ab August 2007: Intensive Phase der Entkernung mit fünf Baggern. Anschließend Stabilisierungsmaßnahmen, wie die Versenkung von 650 zusätzlichen Stützpfählen (neben den 1.111 schon vorhandenen Stahlbetonpfählen) im Elbschlick. Danach: Betonierung der Sohle und Gießen der Fundamente.
2. April 2007: Grundsteinlegung, Beginn des "weichen Abbruchs", das heißt Entfernen von Kabeln und leichten Wänden.
28. Februar 2007: Die Hamburgische Bürgerschaft stimmt einstimmig für den Bau der Elbphilharmonie.
29. November 2006: Bürgermeister Ole von Beust gibt bekannt, dass die Elbphilharmonie aufwendiger und teurer wird als bisher geplant. Die Baukosten steigen auf 241,3 Millionen Euro, der Anteil der Stadt klettert auf 114,3 Millionen Euro. Das Bieterverfahren gewinnt Hochtief zusammen mit der CommerzLeasing.
7. Juni 2006: Der Österreicher Christoph Lieben-Seutter, der zu diesem Zeitpunkt das Konzerthaus in Wien leitet, wird als Generalintendant von Elbphilharmonie und Laeiszhalle vorgestellt.
17. April 2006: Die Architekten Herzog & de Meuron haben einen neuen Entwurf für die Elbphilharmonie vorgestellt. Auf dem Kaispeicher A soll nun auch ein Museum für Kinder entstehen.
8. Dezember 2005: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) wird Partner der Elbphilharmonie. Das Sinfonieorchester des NDR unter der Leitung von Christoph von Dohnányi wird Residenz-Orchester.
Oktober 2005: Die Stiftung Elbphilharmonie wird gegründet. Sie soll weitere Mittel einwerben, um die Stadt bei den Baukosten zu entlasten und den laufenden Betrieb der Elbphilharmonie zu unterstützen.
26. Oktober 2005: Die Bürgerschaft entscheidet über das Projekt. CDU und GAL signalisierten im Vorfeld ihre Zustimmung.
August 2005: Das Ehepaar Helmut und Hannelore Greve spendet 30 Millionen Euro für den Bau. Weitere Spenden in Höhe von zehn Millionen Euro kommen von Michael Otto und der Reemtsma-Stiftung.
Juli 2005: Die Machbarkeitsstudie zur Elbphilharmonie wird dem Senat und der Bürgerschaft vorgelegt. Die Gesamtkostenschätzung beläuft sich auf 186 Millionen Euro. Der Senat beschließt, den Anteil der öffentlichen Hand auf 77 Millionen Euro zu begrenzen.
Februar 2005: Der Senat beschließt einen europaweiten Investorenwettbewerb für die Mantelbebauung, bestehend aus Hotel, Parken, Wohnung.
November 2004: Die Investoren um Gérard übertragen ihre Rechte aus dem Architektenvertrag an die Stadt Hamburg.
November 2003: Eine von der Stadt Hamburg in Auftrag gegebene Bedarfs- und Konzeptanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass für eine neue Konzerthalle in der Hafencity ein Bedarf besteht.
Juni 2003: Die Architekten Herzog & de Meuron präsentieren im Auftrag von Gérard den ersten Entwurf einer Elbphilharmonie auf dem Kaispeicher A.
Ende 2002: Öffentliche Diskussion über eine neue Musikhalle in der Nähe des Überseequartiers. Der Senat stellt 50 Millionen Euro für ein Kulturzentrum in der Hafencity in die Investitionsplanung ein.
Oktober 2001: Der Investor und Architekt Alexander Gérard tritt an den Senat mit der Idee heran, eine neue Konzerthalle auf dem Kaispeicher A zu realisieren.