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Hintergrund

Die wichtigsten Etappen der Elbphilharmonie

Bürgermeister Ole von Beust, Projektkoordinator Hartmut Wegener, Kultursenatorin Karin von Welck und Achitekt Pierre de Meuron schlagen am 2. April 2007 zum Baubeginn für die Elbphilharmonie auf den Grundstein. © dpa/Picture-Alliance Fotograf: Maurizio Gambarini Detailansicht des Bildes Die Grundsteinlegung im April 2007. Die Planungen für die Elbphilharmonie in der Hamburger Hafencity reichen zurück bis ins Jahr 2001. Damals präsentierte der Investor und Architekt Alexander Gérard vor dem Hamburger Senat seine Idee einer Konzerthalle auf dem Kaispeicher A. Nach einem ersten Entwurf durch die Architekten Herzog & de Meuron im Jahr 2003 nimmt das Projekt Gestalt an, eine Machbarkeitsstudie zwei Jahre später macht endgültig den Weg frei für die Elbphilharmonie.

Ursprünglich sollte das Konzerthaus im Herbst 2010 eröffnet werden und den Steuerzahler 77 Millionen Euro kosten. Doch es kam bei dem Projekt immer wieder zu Verzögerungen, die Kosten explodierten. Nach der jüngsten Einigung der Stadt mit dem Baukonzern Hochtief beträgt der Festpreis nun 575 Millionen Euro. Als Eröffnungstermin wurde zuletzt das Frühjahr 2017 genannt.

Die langwierige Entstehungsgeschichte im Rückblick:

10. Mai 2013: Es wird bekannt, dass die Stadt Hamburg auf mögliche Schadenersatzforderungen von bis zu 250 Millionen Euro verzichtet, wenn die Bürgerschaft die neuen Verträge mit Hochtief bewilligt.

23. April 2013: Hamburgs Bürgermeister Scholz beziffert die Gesamtkosten für die Elbphilharmonie für den Steuerzahler nun auf 789 Millionen Euro. Darin enthalten seien sämtliche Nebenkosten, sagte Scholz. "Wir haben alles aufgeschrieben, was uns aufgefallen ist. Nach bestem Wissen und Gewissen fehlt da nichts." Rechnet man die Spenden dazu, summieren sich die Gesamtkosten sogar auf rund 866 Millionen Euro. Damit ist das Konzerthaus inzwischen mehr als zehnmal so teuer wie ursprünglich geplant.

15. April 2013: Die Hamburger Kulturbehörde veröffentlicht die neu verhandelten Verträge zum Weiterbau der Elbphilharmonie im Internet.

9. April 2013: Alle Partner unterzeichnen die neuen Verträge zur Neuordnung des Projekts.

1. März 2013: Die Stadt Hamburg einigt sich mit dem Baukonzern Hochtief auf den Weiterbau der Elbphilharmonie. Dabei werden die Vertragsverhältnisse völlig neu geregelt. Die Stadt zahlt Hochtief nochmals 195 Millionen Euro, im Gegenzug garantiert der Baukonzern die Fertigstellung bis zum 30. Juni 2016. Andernfalls drohen Hochtief Strafzahlungen.

7. Januar 2013: Nach Informationen des NDR kündigt der Chef der städtischen Realisierungsgesellschaft ReGe, Heribert Leutner, seinen Vertrag. Grund sind offenbar Meinungsverschiedenheiten mit dem Senat über die weitere Zusammenarbeit mit Hochtief. Mit Martin Heyne war Leutner außerdem ein neuer Projektverantwortlicher für die Elbphilharmonie vor die Nase gesetzt worden.

15. Dezember 2012: Die Stadt Hamburg gibt bekannt, dass der Konzern Hochtief unter Übernahme sämtlicher Risiken die Elbphilharmonie zu Ende bauen soll. Bis Ende Februar 2013 soll ein Vertrag ausgehandelt sein. Geplant ist eine schlüsselfertige Übergabe des Baus bis Juli 2016. Die Eröffnung verschiebt sich auf Frühjahr 2017. Vereinbart wurde ein Festpreis in Höhe von 575 Millionen Euro. Das bedeutet Mehrkosten von 198 Millionen Euro für die Steuerzahler.

26. November 2012: Der Baukonzern Hochtief kann die Dachkonstruktion erfolgreich absenken. Die Eröffnung des Konzerthauses soll jetzt im Frühjahr 2016 sein.

22. August 2012: Die Fertigstellung der Elbphilharmonie ist nun frühestens für den Sommer 2015 geplant.

5. Juli 2012: Hochtief baut die Elbphilharmonie weiter. Kurz vor Ablauf des zweiten Ultimatums haben sich die Hansestadt und der Baukonzern geeinigt.

26. Juni 2012: Der Baukonzern soll bis zum 4. Juli eine verbindliche Erklärung zum Weiterbau abgeben. Anderenfalls will die Stadt sämtliche Verträge kündigen.

31. Mai 2012: Ein Ultimatum der Stadt an Hochtief läuft ab. Die Kulturbehörde droht mit einer Kündigung der Verträge, sollten die Arbeiten am Dach nicht wie gefordert endlich weitergehen. Hochtief lenkt ein und will weiterbauen.

1. März 2012: Hochtief bestreitet, vertrauliche Unterlagen zur Position der Stadt bei der Nachverhandlung über die Kosten der Elbphilharmonie im Herbst 2008 besessen zu haben. Entsprechende Dokumente hätten sich nur ähnlich gesehen.

7. Februar 2012: Die Stadtentwicklungsbehörde veröffentlicht ein Gutachten, demzufolge die Dachkonstruktion als statisch sicher gilt. Wegen Bedenken hatte Hochtief die Arbeiten daran im November 2011 eingestellt.

24. Januar 2012: Hochtief geht gerichtlich gegen eine Forderung der Stadt vor. Für die Bauzeitverlängerung soll die Elbphilharmonie-Objektgesellschaft Adamanta, an der Hochtief beteiligt ist, Hamburg eine Vertragsstrafe über 40 Millionen Euro zahlen.

20. Januar 2012: Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss widmet sich der Frage des Geheimnisverrats: Bei den Nachverhandlungen über die Kosten der Elbphilharmonie im Herbst 2008 soll der Baukonzern im Besitz eines streng vertraulichen Dokuments der Stadt gewesen sein, aus der die Verhandlungsposition hervorging. Ein Mitarbeiter der Kulturbehörde will das Dokument persönlich bei den Hochtief-Vertretern gesehen haben.

27. Dezember 2011: Hochtief verschiebt den Übergabetermin von April 2014 auf November 2014.

18. November 2011: Prozessbeginn vor dem Hamburger Landgericht: Die Stadt will juristisch prüfen lassen, wer für die massive Bauzeitverzögerung verantwortlich ist. Die Stadt und der Baukonzern Hochtief einigen sich jedoch auf eine außergerichtliche Lösung.

4. November 2011: Weitgehend Stillstand auf der Baustelle: Hochtief stellt die Arbeiten am Dach wegen Sicherheitsbedenken ein.

26. Juli 2011: Der Baukonzern Hochtief kündigt der Stadt wieder eine Verzögerung bei der Fertigstellung an. Neuer Termin soll nun der 15. April 2014 sein.

17. März 2011: Der Baukonzern Hochtief legt einen neuen Zeitplan vor. Demnach wird das gesamte Gebäude erst Ende November 2013 fertiggestellt sein - zehn Monate später als zuletzt geplant.

21. Januar 2011: Der Parlamentarische Untersuchungsauschuss legt einen Zwischenbericht vor. Darin heißt es, dass sich die tatsächlichen Kosten für den Haushalt auf 351,3 Millionen Euro belaufen. Der Senat wird für seine Informationspolitik kritisiert.

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Die Baustelle der Elbphilharmonie und der Michel von außen und innen blau beleuchtet © dpa Fotograf: Angelika Warmuth
 
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NDR.de gibt einen Überblick über die Baugeschichte des neuen Wahrzeichens.

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Zeitraffer-Film
Luftaufnahme der Elbphilharmonie, August 2009 © ReGe Hamburg / Foto Frizz Fotograf: Foto Frizz
 
Video

Elbphilharmonie-Bau im Zeitrafferfilm

Von April 2007 bis Juli 2010 nimmt der Bau langsam Gestalt an - hier in hoher Beschleunigung.

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Dossier
Ein computergeneriertes Bild zeigt eine Außenansicht der geplanten Elbphilharmonie in Hamburg © ddp/ Herzog & de Meuron Fotograf: Herzog & de Meuron
 

Elbphilharmonie - Prestigeobjekt in der Hafencity

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