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Hand greift nach PC-Maus © picture-alliance/ dpa Fotograf: Kitty Kleist-Heinrich
 

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Dorfmark demonstriert gegen die Ludendorffer

Eine ältere Frau hält eine rote Karte in der Hand. Sie trägt die Aufschrift: "Rote Karte gegen Rechts". © NDR Fotograf: Angelika Henkel Detailansicht des Bildes Inzwischen schon Tradition: Zu Ostern wird in Dorfmark gegen rechts protestiert. (Archivbild) Rund 70 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Karfreitag in Dorfmark (Heidekreis) gegen ein Treffen des "Bundes für Gotterkenntnis" demonstriert. Nach Ansicht des niedersächsischen Verfassungsschutzes ist dieser Verein, die sogenannten Ludendorffer, rechtsextrem und fremdenfeindlich.

Demonstrationszug angekündigt

Vor dem Hotel "Deutsches Haus", dem Tagungsort der Ludendorffer, hielten die Demonstranten Plakate mit Aufschriften wie "Ostereier ohne Nazi-pan" oder "Rechtsextremismus ist Gift für unser Land" hoch, sagte der DGB-Kreisvorsitzende im Heidekreis, Charly Braun. Ein Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchenvertretern und der Organisation Antifa hatte zu dem Protest unter dem Motto "Nie wieder wegschauen - Rassisten nicht verharmlosen" aufgerufen. Die Aktionen sollen am Sonnabend unter anderem mit einem Demonstrationszug um 13 Uhr fortgesetzt werden.

Widerstand organisierte sich nur langsam

Bereits seit 40 Jahren kommen die Ludendorffer zu einer Ostertagung nach Dorfmark, wie das Bündnis mitteilte. Den ersten Widerstand leisteten die Anwohner in den 80er-Jahren, so Braun. Die erste Kundgebung habe allerdings erst 2007 stattgefunden.

Der "Bund für Gotterkenntnis e.V." (Ludendorff)

Der "Bund für Gotterkenntnis e.V." geht auf die Lehren von Mathilde Ludendorff (1877-1966), der Ehefrau von Hitlers Kampfgefährten Erich Ludendorff (1865-1937), zurück. Das Denken der Mathilde Ludendorff war von antisemitischen Verschwörungstheorien geprägt. 1961 wurde die Gruppierung in einigen Bundesländern verboten, das Verbot wurde von einem bayerischen Verwaltungsgericht 1977 wegen Formfehlern wieder aufgehoben. Die Gruppierung wird von den Verfassungsschutzbehörden beobachtet. Ihr werden rund 250 Mitglieder zugerechnet. In der rechtsextremen Szene gilt sie als weitgehend isoliert. Die Vereinigung weist in Veröffentlichungen den Vorwurf des Rechtsextremismus und Antisemitismus als falsch zurück.
(Quelle: Bundeszentrale für Politische Bildung  "Rechtsextremismus")

Antisemitisch und rassistisch

Die Ludendorffer wurden 1951 gegründet und stehen in der Tradition von Vereinen, die Mathilde Ludendorff und ihr Mann Erich - Hitlers Putsch-Gefährte - gegründet hatten. Braun erklärte, die Lehren Mathilde Ludendorffs seien antisemitisch und rassistisch. Auf ihnen bauten Verbrechen wie die Morde der Terrorzelle NSU auf. Der "Bund für Gotterkenntnis" "vertritt in seinen Schriften judenfeindliche und fremdenfeindliche Thesen und betreibt Geschichtsfälschung", sagte Anke Klein, Sprecherin des Verfassungsschutzes. Die Behörde beobachtet den Verein.

Der Norden schaut hin
Ostern 2012
Junge Menschen stehen bei einer Demonstration zusammen und schwenken Fahnen. © NDR Fotograf: Angelika Henkel
 

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