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Gelbe Fässer mit aufgedrucktem Atom-Warnzeichen © dpa Fotograf: Tobias Hase
 

Atomkraft bleibt ein Problem

NDR Fernsehen: 45 Min

45 Min informiert über die Gefahren des strahlenden Abfalls und darüber, was im Fall einer Katastrophe passiert. mehr

 

AKW-Laufzeiten: Kritik aus dem Norden

Das Atomkraftwerk Brokdorf © ddp Fotograf: Roland Magunia Detailansicht des Bildes Das Atomkraftwerk Brokdorf könnte jetzt bis zum Jahr 2033 Strom produzieren. Die Spitzen von Union und FDP haben sich nach monatelanger Diskussion am Sonntagabend in Berlin auf längere Laufzeiten für Atomkraftwerke geeinigt. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte nach dem Atomgipfel, ältere AKW sollten acht Jahre länger laufen, jüngere Meiler 14 Jahre.

Opposition und Umweltverbände reagierten empört. SPD-Chef Sigmar Gabriel kündigte eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Kompromiss an. Der Naturschutzbund NABU warf der Koalition am Montag vor, sie bremse die erneuerbaren Energien aus und sorge für einen wachsenden Atommüllberg. Greenpeace sprach von einem "schwarzen Tag für Deutschland". Am 18. September will ein breites Bündnis aus Parteien und Umweltverbänden im Regierungsviertel in Berlin gegen den Regierungsbeschluss demonstrieren.

 

Atomstrom aus dem Emsland bis 2034?

Für die norddeutschen Atomkraftwerke würden sich laut der Einigung der schwarz-gelben Koalition folgende Änderungen der Restlaufzeiten ergeben:

Neue Laufzeiten für norddeutsche Meiler
AtomkraftwerkNennleistung in MegawattIn Betrieb seitBisherige LaufzeitMögliche neue Laufzeit
Brunsbüttel806197620122020
Krümmel1.402198320192033
Brokdorf1.440198620192033
Unterweser1.410197820122020
Grohnde1.430198420182032
Emsland1.400198820202034

 

In den Jahren 2000 bis 2002 hatte die damalige rot-grüne Bundesregierung den Atomausstieg auf den Weg gebracht. Für alle bestehenden Atomkraftwerke wurden Reststrommengen festgelegt. Sobald die einzelnen Kraftwerke diese Strommengen erzeugt haben, dürfen sie nicht mehr weiter betrieben werden. Allerdings ist die Übertragung von Stromproduktionsrechten von einem Kraftwerk auf ein anderes möglich. Nach diesem System wurden beispielsweise Strommengen des Kraftwerks Stade auf Biblis A übertragen. Auf der Basis der jährlichen Leistung ließ sich voraussagen, wann die Atomkraftwerke voraussichtlich vom Netz gehen. Als erste wurden die Atomkraftwerke Stade (Niedersachsen) und Obrigheim (Baden-Württemberg) abgeschaltet.

Mehr Atommüll befürchtet

"Wir sind entsetzt", sagte die Sprecherin der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, Kerstin Rudek. Mit dem Beschluss werde die Bundesregierung allein den Profitinteressen der Stromkonzerne gerecht werden. Die Bürgerinitiative geht davon aus, dass mit den längeren Laufzeiten rund 5.000 Tonnen mehr Atommüll anfallen als bisher, und befürchtet, dass diese im Salzstock in Gorleben landen könnten. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) teilte am Montag mit, dass bei der angekündigten Laufzeitverlängerung von durchschnittlich zwölf Jahren bis zum Ende der Atomkraftnutzung rund 21.600 Tonnen an Wärme entwickelndem Müll anfallen. Unter den bisherigen Vorgaben hatte die Behörde bis 2040 etwa 17.200 Tonnen hochradioaktive Abfälle prognostiziert.

Gorleben wird weiter erkundet

 

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Für diese Art von Atommüll, der Hunderttausende Jahre sicher verwahrt werden muss, gibt es bislang kein Endlager. Die Bundesregierung will aber den Salzstock Gorleben weiter erkunden und bei einer Eignung zum Endlager für hochradioaktive Abfälle ausbauen. Bislang werden die abgebrannten Brennstäbe aus Kernkraftwerken in Lagerhallen an den AKW-Standorten oder in den zentralen Zwischenlagern Gorleben, Ahaus und Lubmin aufbewahrt. Röttgen bekräftigte am Montag seine Haltung zur Erkundung des möglichen Endlagers Gorleben.

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Atomkraftwerk Emsland bei Lingen © ddp Fotograf: David Hecker
 
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