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Gelbe Fässer mit aufgedrucktem Atom-Warnzeichen © dpa Fotograf: Tobias Hase
 

Atomkraft bleibt ein Problem

NDR Fernsehen: 45 Min

45 Min informiert über die Gefahren des strahlenden Abfalls und darüber, was im Fall einer Katastrophe passiert. mehr

 

Hintergrund

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Restlaufzeiten norddeutscher Atomkraftwerke

Karte der norddeutschen Atomkraftwerke © NDR Atomkraftwerke im Norden: Der letzte Meiler soll 2022 vom Netz gehen. Das Aus für die Atomkraft in Deutschland ist besiegelt. Eine breite Mehrheit von Koalition und Opposition stimmte im Bundestag dafür, Ende 2022 den letzten Reaktor vom Netz zu nehmen. In namentlicher Abstimmung votierten 513 Abgeordnete und damit 85,5 Prozent für den Ausstieg aus der Kernkraft. Auch SPD und Grüne schlossen sich dem Vorhaben der Koalitionsfraktionen mehrheitlich an, die Linke hielt dagegen. Der Großteil der Atomkraftwerke soll demnach schon bis spätestens 2021 abgeschaltet werden. Die sieben ältesten deutschen AKW und der Pannenreaktor Krümmel sollen nicht mehr ans Netz. Sechs weitere Meiler sollen bis spätestens 2021 abgeschaltet werden. Die drei modernsten Anlagen sollen bis 2022 laufen dürfen. Die Restlaufzeiten norddeutscher Atomkraftwerke:

Brunsbüttel: Meiler bleibt abgeschaltet

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel steht an der Elbmündung in Schleswig-Holstein. Brunsbüttel ging 1976 in Betrieb und ist damit eines der ältesten prinzipiell noch betriebsfähigen Kernkraftwerke in Deutschland. Der Meiler steht nach einigen Pannen bereits seit dem Sommer 2007 still und soll nicht wieder an Netz gehen.

Krümmel: Meiler seit Pannenserie vom Netz

Das Atomkraftwerk Krümmel bei Geesthacht in Schleswig-Holstein wurde 1983 in Betrieb genommen. Eine Kette von Störfällen im Sommer 2007 führte dazu, dass der Betrieb bis heute ruht. Der Meiler soll abgeschaltet bleiben. Während der Revision 2005/2006 wurden in dem AKW modernere Turbinen eingebaut. Damit war das Kraftwerk mit mehr als 1.400 Megawatt Leistung der größte Siedewasserreaktor Deutschlands. Krümmel war jahrelang in den Schlagzeilen, weil es in der Umgebung zu einer Häufung von Leukämie-Fällen gekommen sein soll.

Brokdorf: Aus im Jahr 2021

Das Kraftwerk an der Elbe in Schleswig-Holstein wurde im Jahr 1986 in Betrieb genommen. Es war damals weltweit das erste Atomkraftwerk, das nach dem schweren Reaktorunglück in Tschernobyl in der Ukraine neu ans Netz ging. Schon während der Bauphase Anfang der 80er-Jahre hatte es heftige Proteste gegen den Meiler in Brokdorf gegeben - die Aktionen waren Ausdruck der gerade entstandenen Anti-AKW-Bewegung in Deutschland. Das AKW Brokdorf soll noch bis 2021 Strom liefern.

Unterweser: Reaktor geht nicht mehr ans Netz

Das Kraftwerk im niedersächsischen Rodenkirchen bei Nordenham wurde 1978 in Betrieb genommen. Der Meiler an der Unterweser ging auf Grundlage des von der Bundesregierung verkündeten Atom-Moratoriums im März 2011 vom Netz und soll nicht wieder in Betrieb genommen werden.

Grohnde: Abschaltung im Jahr 2021

Atomkraftwerk Grohnde © dpa Detailansicht des Bildes Besonders produktiv: Das AKW Grohnde Das Kraftwerk an der Weser in Emmerthal bei Hameln ging im Jahr 1984 in Betrieb. Die endgültige Abschaltung des Kernkraftwerks Grohnde ist für 2021 vorgesehen. Mit einer Stromproduktion von 11,64 Milliarden Kilowattstunden gehörte es im Jahr 2006 zu den zehn produktivsten Kernkraftwerken der Welt.

Emsland: Stilllegung für 2022 geplant

Seit 1988 ist das Kernkraftwerk in Lingen in Betrieb. Das Atomkraftwerk im Emsland soll bis 2022 laufen und ist damit eines von dreien, die bundesweit am längsten laufen, weil es zu den neuesten Anlagen gehört. Mit einer Stromproduktion von 11,76 Milliarden Kilowattstunden zählte das Kernkraftwerk in Lingen in mehreren Jahren zu den produktivsten der Welt.

Stade: Seit 2003 außer Betrieb

Das Atomkraftwerk in Stade an der Elbe ging am 14. November 2003 außer Betrieb und wurde am 7. September 2005 stillgelegt. Es befindet sich momentan in der sogenannten Rückbauphase, die 2015 abgeschlossen sein soll. Das Atomkraftwerk in Stade war 1972 in Betrieb gegangen.

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Die runde weiße Kuppel des Atommeilers in Brokdorf. © dpa Fotograf: Wulf Pfeiffer
 

Hintergrund: Atomkraftwerke in Norddeutschland

Die Meiler Brokdorf, Brunsbüttel, Emsland, Grohnde, Krümmel und Unterweser sind im Norden in Betrieb. mehr

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Collage: Demonstration gegen AKW-Bau 1976, Luftballons 'Atomkraft? Nein Danke', AKW heute mit Friesenhaus davor © dpa Bildarchiv
 

Brokdorf - Symbol der Anti-AKW-Bewegung

In Brokdorf formierte sich 1976 erstmals gewaltsamer Protest gegen den Bau eines Atomkraftwerks. mehr