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"Ein historischer Tag für die Meere"

Fangfrische Heringe auf Eis in einer Kiste  Fotograf: Bernd Wüstneck Detailansicht des Bildes Künftig sollen Fischer ihren gesamten Fang anlanden. Norddeutschlands Fischer dürfen künftig ihren Beifang wie kleine Heringe, Makrelen und Blaue Wittlinge nicht mehr ins Meer zurückwerfen. Das hat das Europäische Parlament am Mittwoch in Straßburg entschieden, das auf diese Weise die Überfischung stoppen will.

Derzeit wird nach Schätzungen von Experten gut ein Viertel der gefangenen Fische (1,9 Millionen Tonnen pro Jahr) aus europäischen Gewässern tot oder lebendig zurückgeworfen, weil die Fische keinen Handelswert haben oder auch um Quoten einzuhalten. Durch die neue Regelung, die ab 2014 in Kraft tritt, erhoffen sich die Parlamentarier eine Erholung der Fischbestände bis 2020.

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Fische hängen in den Netzen  auf einem Fischerboot © NDR Fotograf: Jörg Nüssemeyer aus Greifswald
 
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Europas Fischer dürfen ihren Beifang künftig nicht zurück ins Meer werfen. Das EU-Parlament verabschiedete eine entsprechende Verordnung zur Fischereipolitik. Mehr bei tagesschau.de

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Die Reaktionen aus der Politik im Norden auf die Entscheidung der EU-Parlamentarier fallen durchweg positiv aus. Die schleswig-holsteinische SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust, die für die Aushandlung der Regelung zuständig war, sprach von einem historischen Tag für die Meere. "In Zukunft wird unsere Fischerei nachhaltig sein, und wir Verbraucher können europäischen Fisch wieder mit gutem Gewissen genießen."

Parteiübergreifendes Lob für neue Regelung

Auch Schleswig-Holsteins Fischereiminister Robert Habeck (Grüne) begrüßte die Entscheidung des EU-Parlaments. Er forderte die zuständige Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) auf, sich bei den kommenden Verhandlungen an den Vorschlag des Parlaments zu halten. Der schleswig-holsteinische Europaabgeordnete und Kandidat für den CDU-Landesvorsitz, Reimer Böge, lobte Rodust, der es gelungen sei, die Mehrheit der Abgeordneten hinter ihrem Bericht zu versammeln und eine gute Lösung für die ganze EU zu finden.

Bei der in Mecklenburg-Vorpommern vorherrschenden Herings- und Dorschfischerei sind Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) zufolge vergleichsweise geringe Beifangraten zu erwarten. Dennoch sei es schlüssig, dass vor allem in Zeiten knapper Ressourcen jeder gefangene Fisch auch angelandet wird, sagte er.

Mecklenburg-Vorpommerns Europaabgeordneter Werner Kuhn (CDU) sagte, er habe gefordert, das Verbot erst 2015 oder 2016 in Kraft zu setzen. "Denn um das Rückwurfverbot umsetzen zu können, müssen die Fischer die Möglichkeit haben, selektives Fanggerät anschaffen und erproben zu können", sagte er. Dafür bräuchten sie Förderung.

Fischer sehen Problemverschiebung

Der Genralsekretär des Deutschen Fischerei-Verbands, Peter Breckling, sagte, das Problem werde nur verschoben, wenn Beifang zwar angelandet werden muss, aber nicht verarbeitet werden kann. Häufig fehlten Fischmehlfabriken in Hafennähe. Der Fischerei-Verband begrüße deswegen die Initiative des EU-Parlaments zur Entwicklung neuer Fangmethoden- und geräte. Ziel müsse die Vermeidung von Beifang sein.

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Kutter "Hilde" auf der Ostsee © NDR/doc.station GmbH Fotograf: NDR/doc.station GmbH
 
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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 06.02.2013 | 17:00 Uhr

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Ein Fischernetz wird auf einem Kutter eingeholt.
 
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Beifang - sinnloses Sterben soll Ende haben

05.02.2013 | 19:30 Uhr
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Die EU zwingt Fischer gefangene Fische zurück ins Meer zu werfen.

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Fischer begrüßen Rückwurfverbot

05.02.2013 | 19:30 Uhr
NDR Fernsehen: Nordmagazin

Die Neuregelung bringt Vorteile.

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