A350 zum Jungfernflug abgehoben
Er gilt als direkter Konkurrent von Boeings Dreamliner: der Airbus A350. 600 Maschinen des neuen Typs sind bereits verkauft. Mehr bei tagesschau.de.
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Der Langstrecken-Jet A350 hat seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert. Nach etwa vier Stunden landete er wieder auf dem Flughafen Toulouse-Blagnac.
Premiere in Toulouse: Der neue Langstrecken-Jet A350 hat am Freitag seinen Erstflug erfolgreich absolviert. Etwa vier Stunden nach seinem Start um Punkt 10 Uhr, landete er wieder auf dem Flugplatz Toulouse-Blagnac.Bei dem Jungfernflug überprüfte der oberste Testpilot von Airbus den Neuling in unterschiedlichen Höhen und Geschwindigkeiten. Die A350 XWB – für Extra Wide Body, besonders breiter Rumpf – wird in drei Versionen produziert und bietet zwischen 270 und 350 Fluggästen Platz. Der Hersteller verspricht, dass der Hightech-Flieger 25 Prozent weniger verbraucht als herkömmliche Langstrecken-Jets. Mit dem ersten Flug beginnt eine etwa einjährige Testphase von insgesamt fünf Prototypen.
Die 15.000 Mitarbeiter von Airbus in Finkenwerder haben auf der Leinwand den Jungernflug des Airbus A350 verfolgt. Die Maschine wird zwar in Toulouse montiert, aber Hamburg liefert Teile zu.
Die norddeutschen Airbus-Standorte spielen beim neuen Airbus-Hoffnungsträger eine wichtige Rolle: In Stade entsteht die 32 Meter lange, ultraleichte Flügelschale aus Kunststoff, der mit Kohlefasern verstärkt ist. Dafür investierte der Hersteller dort nach eigenen Angaben rund eine halbe Milliarde Euro in neue Hallen, Maschinen und Anlagen. Auf den leichten Verbundwerkstoff setzt auch der amerikanische Rivale Boeing, dessen Dreamliner 787 allerdings monatelang mit Batterie-Problemen zu kämpfen hatte. Die Europäer haben sich deshalb für schwerere, aber erprobte Batterien entschieden. Weitere Teile der Maschine entstehen unter anderem bei Airbus in Hamburg-Finkenwerder und Bremen sowie bei Premium Aerotec im niedersächsischen Nordenham. Die Endmontage findet ausschließlich im französischen Toulouse statt.
Airbus beschäftigt rund 18.000 Mitarbeiter an den norddeutschen Standorten. Im April hatte Geschäftsführer Günter Butschek angekündigt, 1.000 neue Jobs zu schaffen - auch für die A350-Produktion. Die ersten Maschinen sollen Ende 2014 an die Kunden ausgeliefert werden: 33 Fluggesellschaften haben zusammen bereits 613 Flugzeuge des neuen Typs fest bestellt.