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Wenn ein Angehöriger zum Pflegefall wird, stellt das die ganze Familie auf eine Belastungsprobe.
Keiner beschäftigt sich gerne mit dem Thema Pflege. Dabei kann es jeden treffen: Die eigenen Eltern können ihr Leben nicht mehr allein führen, sind auf fremde Hilfe angewiesen. Manchmal ist das ein schleichender Prozess, manchmal geschieht es durch einen Schlaganfall oder einen Sturz. Rund 2,5 Millionen Menschen sind in Deutschland pflegebedürftig. Doch was tun, wenn der Pflegefall eintritt? Wer seine Rechte kennt, kann die schwierige Situation besser meistern.
Welches Heim ist das richtige, welche Alternativen gibt es, wie läuft es mit den Pflege-Stufen? NDR Reporterin Susann Kowatsch checkt Alternativen für pflegebedürftige Menschen.
Sind die eigenen Eltern pflegebedürftig, müssen die Angehörigen zunächst einen "Antrag auf Leistungen" stellen. Wenden Sie sich an Ihre Krankenversicherung, die auch für die Pflegeversicherung zuständig ist. Betroffene haben Anspruch auf umfassende Beratung. Auf Wunsch erhalten sie einen Gutschein für die Beratung in einer unabhängigen und neutralen Beratungsstelle, zum Beispiel bei einem örtlichen Pflegestützpunkt. Die Beratung soll bei allen Pflege-Problemen helfen, zum Beispiel bei der Suche nach einem geeigneten Heim oder beim altersgerechten Umbau einer Wohnung.
In dieser Phase ist besonders wichtig:
Sobald Sie Pflegeleistungen beantragt haben, beauftragt die Pflegeversicherung den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Ein Vertreter des MDK erstellt ein Gutachten, ob und in welcher Höhe einem Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherungen zustehen. Es ist wichtig, den Besuch des Gutachters gründlich vorzubereiten:
Klären Sie, ob jemand aus der Familie oder ein ambulanter Pflegedienst Ihren Eltern zur Seite stehen soll. In vielen Fällen lässt sich Hilfe aus der Familie mit einem professionellen Pflegedienst kombinieren. Manchmal bietet sich auch ein Mehrgenerationenhaus an, ein Miteinander von Jung und Alt. Ist die Pflege zu Hause nicht möglich, informieren Sie sich über stationäre Pflegeeinrichtungen.
Wer ein Pflegeheim für alte Menschen sucht, orientiert sich häufig an den sogenannten Transparenznoten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, die im Internet veröffentlicht werden. Nach Recherchen des NDR Fernsehens für die Sendung "Der Pflege-Check" haben diese Noten allerdings wenig Aussagekraft.
"Wenn wir uns ansehen, dass der Landes-Durchschnittswert bei der Bewertung von Pflegeeinrichtungen bei 1,4 liegt, dann bleibt natürlich nicht mehr viel Spannweite, um eine gute von einer weniger guten Einrichtung auseinander zu halten", sagt Dr. Martin Schünemann, Abteilungsleiter "Pflegeversicherung" des MDK-Nord. Das System der Benotung biete nicht die gewünschte Transparenz. Noch vor wenigen Jahren lag der Durchschnitt bei einer Note von 3,7. Dr. Martin Schünemann: "Ich glaube nicht, dass die Pflege in dem Maß besser geworden ist, wie die Noten einem suggerieren."
Deshalb sollten sich Angehörige bei der Auswahl einer geeigneten Pflegeeinrichtung nicht allein auf die Transparenznoten verlassen, sondern zusätzlich folgende Entscheidungshilfen beachten:
Wird der Antrag auf Pflegeleistungen abgelehnt oder gibt es aus Ihrer Sicht zu wenig Geld aus der Pflegekasse, legen Sie umgehend Widerspruch gegen das Gutachten ein und fordern Sie eine Kopie an. Nur mithilfe der Angaben im Gutachten lassen sich mögliche Fehler erkennen. Nach einem Widerspruch müssen die Angaben im Gutachten noch einmal überprüft werden. Ein abgelehnter Pflegeantrag ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen eine zusätzliche Belastung. Hilfe in der schwierigen Situation bieten Pflegenottelefone.
Pflegebedürftigkeit ist (k)ein Thema
Sehr geehrte Damen und Herren, ich wohne in NRW. Seit einigen Jahren sorge ich dafür, dass meine Mutter bzw. bis vor kurzem auch mein Vater, der verstorben ist, zuhause bleiben kann, gebe dafür mein... [mehr]