Sendedatum: 17.06.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert

von Melanie Stinn

Obst und Gemüse vom Discounter, Supermarkt und Wochenmarkt sind mit der Chemikalie Perchlorat kontaminiert. Das haben Untersuchungen im Auftrag von Markt ergeben. Perchlorat ist ein Bestandteil von Raketentreibstoff und Feuerwerkskörpern. Außerdem wird die Chemikalie in Medikamenten gegen Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt. Wissenschaftler sind besorgt. Behörden suchen nach einer Erklärung.

In fast jeder Stichprobe Perchlorat gefunden

Im Fokus stehen unter anderem Wassermelonen, Zucchini und Blattsalate. 17 Proben aus verschiedenen Herkunftsländern hat Markt in Discountern und Supermärkten sowie auf dem Wochenmarkt eingekauft und im Labor untersuchen lassen. In fast jeder Probe hat das Labor Perchlorat gefunden. In drei Proben wurde weit mehr als die vom Bundesinstitut für Risikobewertung empfohlene Höchstmenge gefunden:

  • Zucchini aus Spanien von Lidl
  • Wassermelone aus Spanien von Edeka
  • Kopfsalat aus Belgien von Edeka

Perchlorat übersteht Waschen und Kochen

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Lebensmittelanalytiker Dr. Günter Lach sieht mögliche Gefahren durch Perchlorat vor allem für Kinder.

"Ein Wirkstoff, der in einem Arzneimittel vorhanden ist, und da eine Wirkung entfalten soll, ist in einem Lebensmittel völlig unkalkulierbar. Perchlorat hat in Lebensmitteln überhaupt nichts zu suchen. Vor allem für Kinder könnte das gesundheitliche Folgen haben", warnt Dr. Günter Lach, Chemiker und Lebensmittelanalytiker. Das Problem: Perchlorat lässt sich von Obst und Gemüse nicht abwaschen und verflüchtigt sich nicht beim Kochen.

Markt liegen darüber hinaus Unterlagen vor, die belegen, dass die Erzeuger das Problem kennen. Sie haben selbst Untersuchungen gemacht und Daten zu Perchlorat gesammelt. Eine Liste zeigt: Fast jede Sorte Obst und Gemüse kann belastet sein.

Perchlorat ist ein Stoff, der unter bestimmten Bedingungen auch auf natürlichem Weg entstehen kann. Zur Zeit gibt es allerdings keine Hinweise darauf, dass das Vorkommen von Perchlorat in Obst und Gemüse durch natürliche Prozesse zu erklären ist. In den USA ist das Problem bereits seit rund zehn Jahren bekannt. Im Fokus steht dort vor allem das Vorkommen im Trinkwasser.

Der Handel ist alarmiert

Edeka schreibt Markt: "Die von Ihnen aufgezeigten Befunde nehmen wir sehr ernst. Wir haben Kontakt mit den jeweiligen Produzentenvereinigungen aufgenommen und sie aufgefordert, die Kontrollen noch weiter zu intensivieren." Der Discounter Lidl teilt Markt mit, man habe "Lieferanten sensibilisiert und über die Gefahr eines unbewussten Eintrags von Perchlorat in Obst und Gemüse informiert."

Dieses Thema im Programm:

Markt | 17.06.2013 | 20:15 Uhr

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