Programmtipp
Klare Gemüsebrühe © picture-alliance / dpa / Stockfood Fotograf: Eising, Susie

Was steckt wirklich in Gemüsebrühe?

Markt
28.04.2014 | 20:15 Uhr

Gemüsebrühe ist die Grundlage für viele Gerichte. Das Angebot in Supermärkten und Bioläden ist riesig. Aber enthalten die Produkte wirklich viel Gemüse? Markt will’s wissen.mehr

 

Giftiges Benzol in Erfrischungsgetränken

von Alexa Höber

Erfrischungsgetränke namhafter Marken enthalten den giftigen Stoff Benzol. Das haben Untersuchungen im Auftrag von Markt ergeben. Benzol kann nachweislich Krebs auslösen. Wissenschaftler und Verbraucherschützer sind alarmiert.

Krebsgift in Erfrischungsgetränken

Markt - 22.04.2013 20:15 Uhr - Autor/in: Alexa Höber

Laboruntersuchungen im Auftrag von Markt zeigen: Erfrischungsgetränke namhafter Markenhersteller enthalten den giftigen Stoff Benzol, der nachweislich Krebs auslösen kann.

Auf dem Etikett klingen die Getränke gesund: "Weißtee & Birne", "Grüntee &Traube" oder "Rooibostee & Pfirsich" von Gerolsteiner. "Multivitaminsaft" von Christinen Brunnen sowie "Fun One Zuckerfrei" oder "Fitness Cherry". In all diesen Getränken hat das von Markt beauftragte Labor Benzol gefunden - mit 2 bis 6,8 Mikrogramm Benzol pro Liter deutlich über dem zulässigen Grenzwert für Trinkwasser. Der liegt bei 1 Mikrogramm pro Liter. Einen Grenzwert für Erfrischungsgetränke gibt es nicht, zur Orientierung gilt die Trinkwasserverordnung.

Toxikologe warnt vor Benzol

Bei Benzol kann schon die kleinste Menge gefährlich sein. "Es erzeugt Krebs im Menschen, es wirkt auf Keimzellen. Deshalb ist Benzol in Lebensmitteln ein unerwünschter Stoff", erklärt der Toxikologe Dr. Hans-Wolfgang Hoppe vom Medizinischen Labor Bremen. "Dass wir Werte weit oberhalb der Trinkwasserverordnung finden, überrascht und erschreckt mich."

Nach Recherchen von Markt kennen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie das Verbraucherschutzministerium das Problem von Benzol in Erfrischungsgetränken. Bereits im Jahr 2005 warnte das BfR, dass Benzol entstehen könne, wenn Erfrischungsgetränke Benzoesäure enthalten - zum Beispiel als Konservierungsstoff Natriumbenzoat. Enthalte das Getränk zusätzlich Ascorbinsäure, also Vitamin C, könne sich dadurch Benzol bilden.

Freiwillige Selbstverpflichtung greift nicht

Das Verbraucherschutzministerium jedoch verlässt sich seitdem auf die Ankündigung des Verbandes der Erfrischungsgetränke (Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke e.V.), auf den Konservierungsstoff Benzoesäure weitgehend zu verzichten. Doch in dem Verband sind gar nicht alle Hersteller organisiert. Auf Anfrage von Markt schreibt das Verbraucherschutzministerium: "(...) haben die Hersteller ihre Rezepturen umgestellt und verzichten auf den Zusatz von Benzoesäure.". Ein gesetzliches Verbot gab es nicht.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 22.04.2013 | 20:15 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/lebensmittel/benzol109.html
Logo der Sendung Markt © NDR
Weitere Informationen
Fleischsalat © Fotolia.com Fotograf: photocrew
 

Fleischsalat: Wenig Fleisch, unklare Herkunft

In vielen Fertigprodukten steckt jede Menge Chemie und Billigfleisch. mehr