Stand: 06.05.2013 16:00 Uhr  | Archiv

Tipps und Tricks für Pollen-Allergiker

von Esra Özer

Augenjucken, Niesen, Husten: Für viele Pollenallergiker wird es in nächster Zeit besonders kritisch. Da es lange Zeit so kalt war, beginnen jetzt viele Pflanzen gleichzeitig zu blühen. Momentan fliegen vor allem Erlenpollen. Bald kommen noch Birken- und Gräserpollen hinzu.

Helfen Medikamente?

Allergien sind nach derzeitigem Stand der Medizin unheilbar. Aber mit der richtigen Behandlung lassen sich vielfach die Symptome lindern. Dabei kann die frühzeitige Einnahme von Medikamenten helfen, sagen Mediziner wie Prof. Dr. Gerd Glaeske von der Universität Bremen.

  • Antihistaminika gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Das sind Tabletten, die in der Regel bereits nach wenigen Minuten wirken. Sie unterdrücken die körpereigene Produktion des Stoffs Histamin. Den erzeugt das Immunsystem als Reaktion auf die Pollen. Das Histamin löst unter anderem Niesen und Augenjucken aus.
  • Schlagen Antihistaminika nicht an, können Allergiker nach Rücksprache mit dem Arzt auf kortisonhaltige Medikamente wie Nasenspray oder Augentropfen zurückgreifen. Die gibt es auch rezeptfrei in der Apotheke. Das Kortison wirkt stärker als die Antihistaminika. Es wird gezielt in die Augen oder Nase verabreicht. Von herkömmlichem Nasenspray hingegen raten Mediziner ab: Es schädigt auf Dauer die Nasenschleimhaut.

In der Stichprobe von Markt zeigte sich: Viele Apotheken verkaufen Heuschnupfen-Mittel zu überhöhten Preisen. Außerdem ist die Wirkung einiger Medikamente umstritten.

Heuschnupfen-Mittel: Die Tricks der Apotheken

Heuschnupfen ohne Medizin lindern

Es gibt einige Tricks, die Allergikern den Alltag  erleichtern. Experten raten zu diesen einfachen Maßnahmen:

  • Nasendusche, erhältlich in der Apotheke: Möglichst zweimal täglich anwenden. So werden die Pollen aus der Nasenschleimhaut gespült.
  • Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen.
  • Vor dem Zubettgehen Haare waschen. Das verhindert, dass sich Pollen aus den Haaren auf dem Kissen verteilen und nachts die Schleimhäute reizen.
  • Richtig lüften: In der Stadt sollte man in den Morgenstunden lüften, da die Pollen abends stark die Luft durchsetzen. Auf dem Land hingegen in den Abendstunden, da die Pollen dort morgens fliegen.
  • Für starke Pollenallergiker ist ein Staubsauger mit einem sogenannten Hepa-Filter ratsam. Er verhindert, dass das Gebläse des Staubsaugers Pollen in der ganzen Wohnung verteilt.

Letzte Chance: Hyposensibilisierung

Bringt das alles keine Linderung, sollte man sich von einem Facharzt für Allergien untersuchen lassen. Er rät möglicherweise zu einer Hyposensibilisierung. Das ist eine Immuntherapie, mit der sich oft Allergien langfristig behandeln lassen. Bei der klassischen Methode bekommt der Allergiker drei Jahre lang monatlich ein Allergenextrakt in das Fettgewebe am Oberarm gespritzt. Die Dosis wird regelmäßig erhöht. Dadurch soll sich das Immunsystem an das Allergen gewöhnen, die allergische Reaktion soll nachlassen.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 06.05.2013 | 20:15 Uhr

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