Sendedatum: 08.04.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Die Tücken der Haftpflichtversicherung

von Annette Niemeyer

Wie schnell ist es passiert: Das Kind wirft beim Nachbarn die Scheibe ein. Die Waschmaschine läuft aus und Wasser dringt in die darunterliegende Wohnung. Oder jemand leiht sich eine teure Kamera vom Freund aus, und die geht zu Bruch. Doch zahlt die Haftpflichtversicherung wirklich in diesen Fällen?

Eine private Haftpflichtversicherung sollte man haben. Denn nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch muss jeder Schäden ersetzen, die er einem Dritten zufügt. Oft sind nur kleine Missgeschicke zu begleichen. Wenn aber nicht nur Sachen, sondern auch Personen zu Schaden kommen, kann das richtig teuer werden. Ohne Haftpflichtversicherung muss der Verursacher womöglich ein Leben lang dafür bezahlen.

Tipp: Wer schon lange eine Haftpflichtversicherung hat, sollte unbedingt die Bedingungen überprüfen. Oft lohnt sich der Wechsel auf einen modernen Vertrag. Der ist nicht unbedingt teurer, schließt aber in der Regel deutlich mehr Leistungen ein.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Verbraucherschützer empfehlen eine Versicherungssumme von mindestens drei Millionen Euro. Es gibt auch Angebote über fünf oder zehn Millionen Euro. Preislich macht das oft keinen großen Unterschied. Wer eine geringere Versicherungssumme hat, etwa weil der Vertrag noch zu D-Mark-Zeiten abgeschlossen wurde, sollte seinen Versicherer kontaktieren und nachbessern oder aber die Haftpflichtversicherung kündigen und einen neuen, günstigen Anbieter suchen.

Was sollte eine Haftpflichtversicherung höchstens kosten?

Gute Haftpflichtversicherungen für Familien gibt es schon für 50 bis 80 Euro pro Jahr. Eine Übersicht über die Angebote gibt es zum Beispiel bei Finanztest. Wichtig: Die Stiftung Warentest beurteilt nur die Versicherungsbedingungen und nicht die Schadensregulierung.

Lässt sich der Versicherungsschutz erweitern?

Gegen Aufpreis lassen sich viele Risiken versichern, die standardmäßig nicht abgedeckt sind. Dazu zählen beispielsweise der Verlust fremder Schlüssel, Schäden durch Surfboards oder Schäden durch Au-Pairs, die im Haushalt mithelfen. Ob der Zusatzschutz sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab.

Wie kann ich mich davor schützen, auf einem Schaden sitzen zu bleiben?

Wer von jemandem geschädigt wird, der weder haftpflichtversichert noch zahlungsfähig ist, bleibt auf dem Schaden sitzen. Für diesen Fall bieten einige Versicherungen eine sogenannte Forderungsausfalldeckung an. Die ist aber relativ teuer und in der Praxis oft eingeschränkt. Viele Versicherer verlangen, dass Geschädigte den Verursacher zunächst verklagen und ihren Anspruch im Zwangsvollstreckungsverfahren durchsetzen. Die Prozesskosten dafür muss der Geschädigte häufig selbst aufbringen.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 08.04.2013 | 20:15 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/haftpflicht103.html

Mehr Ratgeber

00:51

Vogelfutter-Plätzchen aus Fonduefett

14.12.2017 16:00 Uhr
Mein Nachmittag
09:47

Linsen-Gemüse mit gebratenem Saibling

11.12.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
06:45

Wasserschaden im Auto: Wer zahlt?

11.12.2017 20:15 Uhr
Markt