Sendedatum: 28.10.2013 20:30 Uhr  | Archiv

So schummeln Bäcker bei Vollkornbrötchen

von Franz Jägeler
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Ein Vollkornbrötchen, das keins ist: Der Teig wurde gefärbt, damit er nach Vollkorn aussieht.

Vollkornbrötchen gelten als gesund. Deshalb sind sie bei vielen Verbrauchern beliebt. Das Lebensmittelbuch schreibt vor, dass Vollkornbrötchen mindestens zu 90 Prozent aus gemahlenem Vollkorn bestehen müssen. In einer Stichprobe von Markt lag der Anteil in vielen Bäckereien aber deutlich darunter.

In drei von vier Filialen großer norddeutscher Bäckerei-Ketten wurden Vollkornbrötchen verkauft, die die Bezeichnung "Vollkorn" nicht verdienen. Im Auftrag von Markt bewertete eine Jury aus erfahrenen Bäckern die Vollkornbrötchen von Junge, Nur Hier, Dat Backhus und von Allwörden. In einigen Fällen waren die Brötchen offensichtlich mit Zuckerrübensirup oder Röstmalz gefärbt und schmeckten nicht nach Vollkorn. Nur bei Dat Backhus gab es einwandfreie Vollkornbrötchen. Auch zwei von drei überprüften kleinen Bäckereien fielen durch.

Nur 44 Prozent Vollkorn im Brötchen

Bei nicht abgepackten Lebensmitteln müssen Händler eine Zutatenliste im Laden aushängen. So sind auch Bäcker verpflichtet, ihre Kunden über die Zutaten der Vollkornbrötchen zu informieren. Die Bäckerei von Allwörden gab den Vollkornanteil des Brötchens mit 68 Prozent an, die Bäckerei Junge mit 44 Prozent. Beide Brötchen dürfen nicht als "Vollkornbrötchen" in den Handel. In der Filiale von Nur Hier gab es keine Informationen über die Zutaten - ein bußgeldpflichtiger Verstoß gegen die Deklarationspflicht.

Auf Anfrage von Markt blieben die Bäckereien Allwörden, Junge und Nur Hier bei der Aussage, es handele sich um Vollkornbrötchen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 28.10.2013 | 20:30 Uhr

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